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[Viertes Kapitel]

Full text: Mich hungert / Fink, Georg (Public Domain)

Und nach einem Atemzug: „Mark hat sie mir heute 
früh gebracht.“ 
Was sollte ich ahnen und vermuten! Ich dachte 
nicht mehr an diese Schnur. 
Dann hatten wir — es ging dem Frühling zu — 
ein Debut am Kurfürstendamm, mit neuen Num- 
mern. Wir bekamen dreißig Goldmark für das Auf- 
treten. 
Da ließ mich vormittags jemand aus der Fabrik 
hinausrufen, der Portier schickte einen Jungen in die 
Buchhaltung: es müsse mich jemand dringend spre- 
chen... 
Und draußen stand Luise Gräbert. Die Witwe Grä- 
bert, eine alte Frau, geschminkt und gefärbt auf drei- 
Big, eine richtige Theatermutter, in einem Umhang 
mit Jett, den kurz geschnittenen, rotbraun gefärbten 
Kopf aber unbedeckt. Und sie rang die Hände und 
zog mich von dem Portierhäuschen fort und jam- 
merte: 
„De Kriminaler wa'n da und han se fortjebracht 
huch nein! un wie steh ick nu da! de Polizei bei mir 
int Haus! Un Haussuchung han se jehalten un d® 
Perl’n jefunden: Natierlich! Hab ick se nich jleich 
jesacht, wie’s der Mark ihr hinbringt, ach, ick hab’t 
ihr schon ofte jesacht, aber se heren ja allebeede 
nich, wemsten sein sin denn die Perl’n, hab ick j® 
sacht, un Meechen, hab ick jesacht, daß de dir da nich 
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