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[Drittes Kapitel]

Full text: Mich hungert / Fink, Georg (Public Domain)

Graben, ich halte ihn auf — ein Stein! gemeiner 
Stein! . .. 
Und sie läuft schon zurück — in die Mühle — sie 
dreht sich um und droht, sie schimpft, sie wünscht 
mir die Hölle an den Hals — 
O Stein! ich sitze auf ihm, der mich betrogen hat. 
Ach, es ist nichts mit dem Glück. Ich bin verdammt. 
Nein, jetzt weine ich nicht mehr, ich sehe in den 
Abgrund meines Lebens... 
Dies spiele ich meinem ersten Publikum vor. Ich 
habe kaum ein Requisit, keine Partner. Aber ich 
greife den und die heraus, sage, wie sie sich stellen 
sollen, und sie gehen schnell darauf ein, natürlich 
und unverbildet, wie sie sind. Alle erfassen es sofort. 
Noch die Kleinsten verstehen mein Gehaben, mein 
Wandern und Watscheln, mein Leic und Glück. 
Ich könnte so unendlich weiter spielen! Ach, hätte 
ich doch nur Requisiten! Die Einfälle jagen sich, 
Bilder in meiner Vorstellung überstürzen sich. Aber es 
ist ganz dämmerig geworden und kühl. Der Wind hat 
unsern engen Hof ausgelüftet, alle haben ihren Hun- 
ger vergessen, haben vergessen, daß morgen wieder 
ein Tag ist. O verfluchtes Leben! Sie werden jetzt, 
um kein Licht zu zünden, auf ihre Strohsäcke gehen, 
noch immer über mich lachend, diesen tollen Clown, 
von mir redend werden sie einschlafen. Aber Hunger 
wird sie wecken, Kinder werden schreien, und man 
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