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[Drittes Kapitel]

Full text: Mich hungert / Fink, Georg (Public Domain)

es neun- 
der schöne Herbst des Jahr 
see. Es war 
zehn. 
Die Fabrik stellte ihre Kriegsarbeit ein und sich 
allmählich wieder um. Der alte Prokurist kehrte zu- 
rück und führte sie weiter. Und ich kam in die Buch- 
haltung des Hauses als Lehrling... 
Nach dem Tode der Mutter kam viel Unerwartetes, 
Wir waren allein, ein Vormund mußte bestellt wer- 
den, und der Armenvorsteher des Reviers, den ich 
Schon kannte, übernahm das Amt. Ich hatte nur einen 
Wunsch: wir Geschwister sollten zusammenbleiben, 
man sollte uns nicht trennen. Aber es ging nicht an 
— sagte das Gericht —, daß die fünfzehnjährige 
Henny bei uns halbwüchsigen Jungen bliebe. Unser 
Vormund erreichte nur, daß ich mit Mark unsere 
Wohnung behalten durfte. Es war billiger, diese Miete 
als zwei Schlafstellen zu bezahlen. Wie hart wäre es 
gewesen, Mutters Küche zu verlassen. Der Armenvater 
kannte mich und traute mir Ordnung und Einsicht zu. 
Aber Henny. Wohin Henny? 
Und da sagte sie, sie wolle zur Frau Luise Gräbert 
Sehen, die wolle sie bei sich aufnehmen. Und die 
Witwe Gräbert erschien vor dem Vormundschafts- 
Sericht und gab ihre herzlichen Erklärungen ab. 
Man zog Erkundigungen ein, nichts belastete sie, 
und Henny zog in die Grünthalerstraße... 
Sie stand mir kaum Rede. Es kam nur heraus, daß 
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