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[Zweites Kapitel]

Full text: Mich hungert / Fink, Georg (Public Domain)

Sie zuckte zusammen, sie wandte sich zu Mutter 
und rief: 
„Aber dafür diese Strafe? Wird man denn schul- 
Ist es denn ein Verbre- 
dig, wenn man 
chen —*“ 
„Gehen Sie noch nicht,‘ flüsterte Mutter. „Bitte, 
warten Sie noch. Bis er fort ist. Wenn er - “ 
„Wenn er will,“ sagte Diana, „kann er ja noch 
in einer Stunde auf mich — — Nein! Adieu.‘“ 
Sie sah sich wie suchend um. Da entdeckte sie mich. 
„Komm mit, Theodor! Darf er, Perdita? Mich ein 
Stück begleiten? Adieu. Ich komme bald.‘ 
Aber sie kam nie mehr. 
Ich ging hinter ihr her. Im !Mof sah ich Vater. Er 
stand hinter den Müllkästen an die Mauer gedrückt. 
Ich weiß nicht, ob auch Diana ihn gesehen hatte, sie 
zog weiße Handschuhe an und ging schnell. Ich sagte 
nichts, ich hörte ihn hinter uns herkommen. 
Auf der Straße sagte Diana: 
„Na, junger Herr, ich darf dich wohl nicht an die 
Hand nehmen, wie? Dazu sind wir schon zu erwach- 
sen. Aber führ du mich. Ich fürchte mich in dieser 
dunklen Jasmunderstraße, halt mich fest und sei ein 
Mann.“ 
Ich war es mehr, als sie und ich selbst ahnten ..- 
Ich bekam ihre Hand in dem weichen Leder in 
meine eiskalte, starre. Sie drückte sie fest. 
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