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8. Kapitel

Full text: Mammon / Edel, Edmund (Public Domain)

8. Kapitel 
Ein Téête à teête mit Souper und süßen Konsequenzen) 
Verkholdt hatte eine Geschäftsreise machen müssen, die ihn 
einige Tage aus Berlin fortführte. Am selben Abend, als er 
von der Reise zurückgekehrt war, ließ er Hilde in seine Woh⸗ 
nung kommen. 
Wie immer wollte sie sich, als sie das Arbeitszimmer be⸗ 
trat, in den Sessel setzen, um den Chef zu erwarten. Aber 
heute war Berkholdt schon anwesend und stand lässig an den 
Schreibtisch gelehnt, die hohe, volle Gestalt.des jungen Mäd— 
chene prufend und in sich aufnehmend. 
Hilde rückte ihren Sessel etwas weiter zurück. Aber Berk⸗ 
holdt lächelte: 
„Haben Sie Angst vor mir, mein Kind?“ 
In der Tat lastete die Nähe dieses Mannes auf Hilde wie 
ein seltsamer, sie allen Willens beraubender Zwang. 
Den Raum beherrschte wieder die dumpfe, wohlig ange⸗ 
nehme Stimmung, die diesen Abendstunden den traulichen Reiz 
gaben. Geschäftsmäßig legte Hilde den Schreibblock vor sich 
hin und machte die Bleistifte fertig. 
Berkholdt rückte unmerklich näher. Er schob seinen Körper 
an Hilde heran. Er stand jetzt ganz dicht bei ihr, so daß sie 
seinen Atem spürte. 
Hilde blickte nach ihrer Gewohnheit auf die Fingernägel, 
die blitzblank im Lichte der Lampe glänzten. Auf ihre Haͤnde 
verwandte sie eine peinliche Pflege. Sie hatte sich einen 
—D Pinzetten 
gekauft, mit deren Hilfe sie die Finger fein säuberlich manikürte,
	        
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