Path:
4. Kapitel

Full text: Mammon / Edel, Edmund (Public Domain)

nen Sie weder eine Kunstbewegung noch auch die Weltge⸗ 
schichte beiseite schieben — —“ 
Der Malprofessor schaute von seinem Rotspon mit wein⸗ 
seeligen Augen auf. 
„Na erlauben Sie mal — wir haben eben die Kraft dazu. 
Sie sehen es doch, wie, —V 
würfeln — mit unseren Kanonen — das hängt immer davon 
ab, ob so 'ne Geste stark genug ist ...“ 
Doktor Norden lächelte. Gneist erboste sich innerlich, traute 
sich aber nichts zu erwidern. Doktor Norden zuckte mit den 
Achseln, dann stieß er eine Rauchwolke an die Decke und 
meckerte wie ein Geisbock. Der Malprofessor verlor die Fas⸗ 
sung. 
„Es kommt darauf an, wie die Geste zum guten Ende 
wirkt, mein Lieber,“ sagte Norden sarkastisch. „Einem Ba—⸗ 
nausen imponiert jede Geste, auch die falsche... Vielleicht 
sprechen wir uns noch einmal, wenn uns, die wir augenblick⸗ 
lich nichts weiter als Gesten machen und in der Welt damit 
Eindruck schinden wollen, die Puste ausgegangen ist vor lauter 
Imponieren...“ 
Höllerer war starr. Das ist ja ein verkappter Feind, dachte 
er. Diese Intellektuellen werden uns noch zugrunde richten mit 
ihren Ideologien. 
„Ich eigne mich nicht zum Propheten, entschuldigen Sie, 
Herr Professor,“ fuhr Doktor Norden fort. Er winkte Gneist 
und verließ mit ihm das Rauchzimmer. 
Höllerer setzte sich weiter unter Alkohol und fühlte sich 
erhaben über alles Menschliche wie ein Reptil, das seinen 
Ewigkeitswert erst in der spiritusgefüllten Flasche ausschöpft. 
Musik setzte ein. Im ausgeräumten Salon begannen sich 
37
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.