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4. Kapitel

Full text: Mammon / Edel, Edmund (Public Domain)

„Ja, denken Sie nur,“ salbaderte Frau Senfner, die in 
Lebensmittelkommissionen machte, „1oo Waggons Kabao er⸗ 
wartete ich gestern aus Holland und nun höre ich, daß die 
Grenze gesperrt sein soll und keine Güter herüberkommen. 
Ist das ein Schaden für mich — — —!“ 
„Also wissen Sie, lieber Berkholdt!“ sagte Minkowski am 
Likörtisch zu seinem Gastgeber. Berkholdt bot ihm statt hinzu⸗ 
hören eine Zigarre an und Minkowski griff mit spitzen Fingern 
in die offene Kiste. „Also wissen Sie, lieber Berkholdt. Ich 
erzählte Ihnen schon gestern von dem Posten Ware —“ 
Berkholdt nickte schläfrig. 
„Es ist ein aufgelegtes Geschäft.“ 
Minkowskis Augen funkelten gierig: 
„Glatt eine Million zu verdienen.“ 
„Wieviel Stücke sind es denn?“ fragte Verkholdt müde. 
Minkowski gab die Einzelheiten an. Berkholdt überlegte, 
plötzlich kühl und geschäftlich werdend. 
„Daran ist mehr zu verdienen, Minkowskil!“ 
„Um so besser!“ Minkowski klatschte sich auf die Schenkel: 
„Wir fahren nach Kopenhagen, dann kann das Geschäft per⸗ 
fekt gemacht werden.“ 
„Lieber Freund,“ warf Berkholdt ein, „jetzt kann ich nicht 
wegreisen. Aber bereiten Sie alles vor — — später komme 
ich 'rüber und hole den Dreck.“ 
„Gemacht,“ rief Minkowski begeistert. 
„Kommen Sie morgen ins Büro, wir sprechen weiter 
darüber“ sagte Berkholdt und stand auf, um Erna von Cool 
zu begrüßen, die in ihrem schwarzen Seidenkleid mit zart 
silbernen Stickereien ganz blaß und durchsichtig aussah. Ihre 
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