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3. Kapitel

Full text: Mammon / Edel, Edmund (Public Domain)

Man war daran gewöhnt, daß der junge Mann sich ge⸗ 
wählt ausdrückte. 
Antons Onkelbrust erhob sich voller Stolz. 
Nee, dieser Bengel, wo er das nun wieder her hat? Kon⸗ 
junktur — Natürlich — — immer auf'm Posten sein — 
wie'n Spürhund die Gelegenheit ausschnüffeln — das ist es, 
was die Menschen heutzutage weiterbringt ... 
„Siehste,“ sagte er laut, „der Mann, der Generaldirek⸗ 
tor, der hat's 'raus. Der geht mit der Zeit. Wo 'n Loch ist, 
kriecht er rein. Mit seiner Puder⸗ und Schminkefabrik ging's 
nicht mehr — da hat er was anderes angefangen.... Was 
Hilde, ihr handelt doch mit allem Möglichen?“ 
Anton wandte sich an seine Tochter, die teilnahmslos 
in der Ecke saß und gähnte. Endlich hatte sie wieder Beschäf⸗ 
tigung gefunden, nachdem sie viele, viele Monate herumge⸗ 
lungert. So sagte wenigstens die Mutter Auguste, die nicht 
verstehen konnte, daß ein junges Mädchen spazieren ging, 
anstatt zu arbeiten. Hilde wollte aber nicht in die Munitions⸗ 
fabrik gehen, das paßte ihr nicht. Sie wartete lieber, bis sie 
das Richtige für ihre Befähigung fand. Seit kurzem war sie 
in Berkholdts Bureau tätig, eine Nummer unter den un⸗ 
zähligen Angestellten des Betriebes. 
Hilde saß in der Ecke und gähnte. Sie hatte ihre Wurst⸗ 
stullen verzehrt und langweilte sich. Fritz versuchte ein Scherz⸗ 
wort. Aber sie kannte diese derben Scherze ihres Vetters zur 
Genüge und liebte sie nicht. Trotzdem Fritz offensichtlich in 
sie verliebt war und diese Zuneigung nur allzu deutlich merken 
ließ, empfand sie keine Zugehörigkeit zu ihm. Obgleich er der⸗ 
selben Klasse angehörte wie sie selbst, trennte sie irgend etwas 
von ihm, das sie im Unterbewußtsein fühlte. Vielleicht 
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