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13. Kapitel

Full text: Mammon / Edel, Edmund (Public Domain)

dem er einmal die Scheu vor dem Manne, der ihm Hilde 
genommen, überwunden hatte. Diese erste Annäherung zwi⸗ 
schen den beiden Männern war Hildes Werk gewesen, deren 
klarsehende zielbewußte Lebensauffassung jede Gefühlsange⸗ 
legenheit von einer geschäftlichen Transaktion fern hielt. 
Berkholdt hatte an dem tüchtigen jungen Mann, wie er 
Fritz nannte, Gefallen gefunden. Er trat ihm stets mit offenem 
Zutrauen entgegen, allerdings ohne zu ahnen, daß er in ihm 
einen ehemaligen Rivalen vor sich hatte ... 
Fritz hingegen war immer noch nicht über Hilde hinaus⸗ 
gekommen. 
Soviel er sich auch bemühte, sie zu vergessen. Er hatte sich an 
an alle möglichen Frauen gehängt, die sich ihm, dem reichen Ge⸗ 
winnler, nur zu schnell an den Hals warfen. Er hatte ge⸗ 
lumpt und Orgien gefeiert, war von Frauen verzärtelt und 
verwöhnt worden, die seine unverbrauchte Proletarierkraft auf⸗ 
faugten, sein Geld verschwendeten und ihm Genüsse vorgau⸗ 
kelten, die ihm für kurze Augenblicke den Rausch der Liebe 
zauberten. 
Aber alle Hetärenlust konnte ihn Hilde nicht vergessen 
lassen. 
Jedesmal, wenn er seinen Fuß in das Privatbureau des 
glücklicheren Berkholdt setzte, klopfte ihm das Herz. 
Vielleicht Neid oder Haß — — — 
Aber er bezwang sich gewaltsam, unterdrückte seine Ge⸗ 
mütsbewegung. Mit aller Gewalt entwirrte er seine Sinne 
um sie klar einzustellen für das, was sie beide, die Geschäfts⸗ 
männer, zu unterhandeln hätten, losgelöst von jeder anderen 
menschlichen Empfindung. Nüchtern, um seinem Gegenpart 
kein Übergewicht zu gestatten. 
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