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Aus dem Dunkel empor!

Full text: Der Frauenmörder / Bettauer, Hugo (Public Domain)

Sofort hatte die sieghafte Schönheit, die mädchen- 
hafte Anmut der Zeugin alle Herzen erobert, Der 
Reichskanzler, über dessen Gesicht es noch immer 
zuckte, klemmte sein Monokel ein und betrachtete 
ersichtlich wohlgefällig das Mädchen, worauf 
Präsident und Staatsanwalt mit ihr sehr höflich 
waren. 
Lotte Fröhlich erklärte sich bereit, zusammen- 
hängend zu erzählen. Was sie berichtete, be- 
stätigte die Aussagen Dengerns vollinhaltlich. 
Seit Jahr und Tag hatte sie beobachtet, wie ihr 
heimlich Verlobter immer mehr verbittert und 
mutlos wurde. „Ich sah voraus, daß er eines 
Tages alle seine Hoffnungen begraben, den Glauben 
an sich selbst verlieren und ganz in der Tages- 
journalistik untergehen würde, Ich wußte, daß er 
oft bittere Not litt, sich das Abendessen versagte, 
um mir ein paar Blumen schenken zu können, 
und nachts Adressen schrieb, um wenigstens etwas 
zu verdienen. Dabei durfte ich ihm nicht helfen, 
auch wenn ich es hätte tun können. Denn 
Hartwig ist stolz und empfindlich und mehr als 
einmal erklärte er es als Vergehen zu empfinden, 
daß er mein Leben an seine Hoffnungslosigkeit 
knüpfe. 
In solcher Stimmung las ich ein französisches 
Buch, das Hartwig mir geborgt hatte. Einen Roman, 
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