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Veilchen

Full text: Großstadtgeschichten / Baluschek, Hans (Public Domain)

„Du — Aas — du Aas, du!“ knirschte er 
zwischen den Zähnen. 
Der Alte kaumelte. 
Dann schütktelte er ruhig den Kranken ab, dessen 
schwache Hände abgliktten, als hätten sie in die Luft 
gefaßt. 
Der junge Mensch stürzte und kauerke wim— 
mernd am Boden, beide Fäuste auf die wunde Brust 
gepreßt. 
„Raus! Bande verfluchte!“ brüllke jetzt Herr 
Gräbert, dem die Laune gründlich vergangen war. 
Da kam Leben in das Gesindel. Alles drängke 
sich schnell — komisch schnell zur Tür und weg 
waren sie. 
Der Geier schob zuletzt hinaus. 
„Herr Inspektor!“ grinste er, „Sie wer'n sich 
Schaden tun. Immer sachteken. Den Lausfejungen 
dort, den kenn'n Se jleich mitbejraben!“ — 
Dann lief er den andern nach. — — 
Im Herrenhaus drüben lag die gnädige Frau 
auf der Chaiselongue. 
Sie fieberke vor Aufregung und Enksetzen. 
„So eine Fakalikät,“ stöhnke sie. 
Das Fläschchen mit Riechsalz führte sie immer— 
fort zur Nase. 
Herr Pastor Susemühl ging langsam auf dem 
dicken Teppich auf und ab, die Hände auf dem 
Rücken. 
„Nun kun Sie ja noch weiter Gukes, gnädige 
Frau, und lassen das arme Weib anständig be— 
graben! Sie sind ausersehen worden, sonst wäre 
wohl das arme Menschenkind im Graben, wie ein 
Tier, einsam verendet!“ 
„Ja — ja,“ erwiderke die gnädige Frau un— 
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