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Die große Frage

Full text: Das Sling-Buch / Sling (Public Domain)

Die große Frage 
Gespräch über die Börsenlage statt. Diese durchaus sachver⸗ 
ständige Aussprache erreichte ihren Höhepunkt, als der Bankier 
eintrat. Er wurde mit Fragen bestürmt, erklärte aber müde, 
von der Sache nichts zu verstehen. Dafür holte er eine kleine 
bemalte Holztafel aus dem Gewande — er wolle sie abstoßen. 
Der Waler und der Kunsthistoriker, beide wohlerfahren in 
allen Schlichen des Kunsthandels, zuckten die Achseln. Es sei 
nichts dran. 
„Was kann man dafür kriegen?“ fragte der Bankier, der 
nicht locker ließ. 
Der Kunsthistoriker nannte eine ungewöhnlich kleine Summe. 
Der Bankier war bleich vor Wut.,Nehmen Sie das Dingl“ 
„Ich denke ja gar nicht daran“, sagte der Kunsthistoriker 
kühl. 
Da sprang der Arzt auf, bot die Hälfte und erhielt den Zu— 
schlag. Als ich ihn später fragte, warum er das offenbar minder⸗ 
wertige Zeug gekauft habe, gestand er mir: 
Ich habe Kundschaft dafür.“ 
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Uber den Kurfürstendamm schlich ein frongebeugter Mann 
in weißem Haar. Ich erschrak: Dieser Mann ist genau so alt 
wie ich — einst studierten wir zusammen Musikgeschichte. Ich 
klopfte ihm auf die Schulter. 
„Mensch, Doktor, was treiben Sie?“ 
Er schlug die trüben Augen zum heiteren Himmel auf. 
„Ich sammle Annoncen und verkaufe Bücher auf Abzah— 
lung —“ 
Hm —! sagte ich gefühlvoll. 
Na und Sie?“ fragte er mich. 
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