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Zweiter Teil

Full text : Im Liebesrausch / Tovote, Heinz (Public Domain)

-- 260 --rings
 weitete. Links dehnten sich jezt lange Getreidefelder,
 fruchttragende Äcker und grüne Wiesen. Dann
kamen große Strecken brachliegenden Landes, ein dunkler
Tannenforst, oder ein lichterer Buchenwald, den die Eisenbahn
 durchschnitt.
Im Coupe brütete eine drückende Hitze. Lucie hatte
beide Fenster geöffnet, aber es half nichts, die hereinströmende
Luft war glühwarm. Sie lauschte auf das monotone rollen
und stoßen der Räder, sie schaute auf die Felder draußen,
sah die Telegraphenstangen vorüberfliegen und erschrak jedesmal,
 wenn der Zug hart an einem Bahnwärterhäuschen
vorüberbrauste und das heftige Geräusch der sich stauenden
Luft mit Geprassel an ihr Ohr schlug.
Endlich lief der Zug, an den kleinen Stationen langsamer
 vorüberfahrend, in die Zielstation ein. Noch ehe die
Coupethür geöffnet wurde, sah sie schon den Pferdeknecht
grüßen, der mit Fuhrwerk an die Bahn gekommen war.
In dem großen Reisewagen fuhr sie die staubige Chaussee
hin, auf Sassenhagen zu.
Das Verde> war gegen die Sonne aufgeschlagen, und
es ro< im Wagen stark nach Leder.- Aber sie gewöhnte
sich schnell an den unangenehmen Geruch.
Sie lehnte sich zurück, und die Müdigkeit übermannte
sie. Sie schloß die Augen vor der sengenden Hitze, die
Schläfrigkeit machte sich mehr und mehr geltend, und zuletzt
 verfiel sie in einen träumerischen Halbschlaf, aus dem
sie erst erwachte, als sie fast am Ziele angelangt war,
und der Wagen durch das kleine, nur eine halbe Stunde
vom Gute entfernte Dorf fuhr.
Am Ausgange des Dorfes kam ihr Herbert entgegen.
Er hatte sich vom Krankenlager der Mutter losgerissen
und war ihr entgegengeeilt.
            
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