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Scheen doof biste

Full text: Ick lach ma'n Ast / Lederer, Franz (Public Domain)

„Aba doch wenichstens eenen braunen Lappen?“ 
„Keenen Fussel.“ 
„Aba, Mensch, warum denn nich?“ 
„Na, wünsch' dir doch alleene wat!“ 
Sauerkohl. 
In raffinierter Weise verbirgt der Berliner seine 
Derbheit zuweilen hinter vorgetäuschter Pointenlosig⸗ 
keit. 
„Mein Name ist Sauerkohl“, stellt sich jemand vor. 
„Wat?“ 
„Sauerkohl.“ 
„Wat sagen Se?“ 
„Sauerkohl!!“ 
„Wissen Se, mein Jehör wird immer schlechter. 
Wat jlooben Se woll, wat ick vastanden habe? Denken 
Se bloß: Sauerkohl.“ 
Unter Artisten. 
Die Artisten, deren Darbietung endlos ausgetüf— 
telt, fix und fertig ist, sagen: „Die Rummer steht.“ Und 
wenn sie dann in ein Engagement kommen, wird nach 
der ermüdenden Reise nicht geprobt, sondern nur zur 
Musik „markiert“. Haben sie keine eigene Musik, geben 
sie der Kapelle Instruktionen. In den Berliner Win— 
tergarten kamen einmal zwei Exzentriks, und der Chef 
gab folgende Weisung: „Marsch, wenn wa rauskommen; 
lanz schnell, wenn ick meinen Kollejen eene runter— 
haue bis zu die Stelle, wo er die Neese leuchten läßt; 
denn jehn Se in Schimmytempo über, bis ick über 
ihm stolpere, und det bleibt denn ooch, wenn jeschossen 
wird und er mit den Stock uff'n Kopp haut, und erst, 
wenn ick ihm in'n Hintern trete, spielen Se 'nen 
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