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Je kesser, je besser

Full text: Ick lach ma'n Ast / Lederer, Franz (Public Domain)

Ick wohne nemlich in een Haus, 
Da krijt det keener richtich raus. 
Die Stuben, die nach vorne jehn, 
Uff Wilmersdorfer Boden stehn, 
Und allens, wat nach hinten sieht, 
Jeheert zu Schöneberchs Jebiet. 
Ick wohne vorn und hinten raus 
In welchen Ort bin ick zu HSaus? 
Ick preple, det is klar wie Torf, 
Nach vorne raus in Wilmersdorf, 
Und der Verdauung letztes Werk 
Besorje ick in Schöneberg. 
Ick jrieble her, ick jrieble hin, 
In welchen Ort jeheer ick rin? 
Wer knobelt mir die Sache aus, 
Wo meine Bleibe, mein Zuhaus? 
Wenn mir nicht bald die Lösung jlickt, 
Denn wer ick janz jewiß verrickt. 
Und wo ick denn ooch retirier, 
Da heeßt et: Der is nicht von hier?““ 
Berliner Humor in Fremdenbüchern. 
Wenn der Berliner festlich gestimmt ist, wird er 
entweder sentimental oder poetisch, manchmal auch 
alles beides. Und dann wird es böse. Die Verse, 
die er deichselt, schmecken wenig nach Goethe und 
Weimar, sondern sind düsterstes Spreeathen. Der Ber⸗ 
liner hat Freude am Wandern und bewegt sich gern 
in der weiten Welt. Und wenn seine Seele durch die 
Schönheit der Natur und den Reiz der Geschichte hoch— 
gestimmt ist, dann greift er zur Feder und notiert seine 
Eindrücke und Gefühle ins Fremdenbuch. Es ist nicht 
uninteressant, diesem Zweig der Volkspoesie seine Auf⸗ 
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