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Paris 1863

Full text: "Aus meinem Leben" / Wallich, Hermann (Public Domain)

war entschieden günstig. Die herrliche Umgebung im 
üppigsten Grün, das die übermäßige Hitze milderte, die 
liebenswürdigen Manieren der französisch sprechenden 
Bevölkerung — Kireolen, von weißen Eltern in den 
Tropen geboren —, die einfache, aber gute Verpflegung 
mit mir bisher. ganz unbekannten Gemüsesorten (nougay 
und braide) und vorzüglichen Obstsorten, Bibas (in 
Italien Mispelos genannt), Mangues (Früchte des Mango- 
baumes) usw., alles machte auf mich den besten Ein- 
druck. Ich sollte freilich bald erkennen, daß sich unter 
der Maske der Liebenswürdigkeit eine gefährliche ge- 
schäftliche Schläue , verbarg, die sich gewöhnlich auf 
Kosten der Fremden und des fremden Kapitals geltend 
machte. 
Meine Empfehlungen lauteten an einen Großkauf- 
mann August Ringwald. Er war der Urenkel eines 
unter Ludwig XV. aus dem damaligen Markgrafentum 
Baden-Durlach eingewanderten und als Sergeant ein- 
gestellten Beamten. Deutschland lieferte ja damals das 
beste Menschenmaterial als Exportartikel. Nach be- 
endigter Dienstzeit hatte det Gendarm sich angekauft 
und den Stamm zu der jetzigen Familie Ringwald gelegt. 
August Ringwald machte seinem deutschen Ursprung 
alle Ehre durch sein offenes ehrliches Wesen und seine 
große Zuverlässigkeit. Wir wurden bald die besten 
Freunde, und im Hause seiner Mutter, einer streng- 
gläubigen Christin, lernte ich weibliche Sitte und wahre 
Frömmigkeit neben einer wirklichen ‘Toleranz kennen, 
Das Haus wurde mir ein zweites Heim. Meine ge- 
schäftlichen Erfolge habe ich auch teilweise den uneigen- 
nützigen. Ratschlägen meines Freundes zu verdanken, 
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