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Paris 1863

Full text: "Aus meinem Leben" / Wallich, Hermann (Public Domain)

Es ging über Kairo mit der Eisenbahn nach Suez. Der 
Kanal von Port Said nach Suez existierte damals noch 
nicht. In Suez, einem elenden Nest am Roten Meer, 
erwartete uns das englische Dampfschiff der „Oriental 
and Peninsular Cie‘ „Sultan“, ein alter Kasten mit 
scheußlicher englischer Verpflegung, so daß Kartoffelsalat 
meine Hauptnahrung bildete. Es gab damals noch kein 
französisches Schiff nach Mauritius und Bourbon. Eine 
sechstätige Fahrt bei erdrückender Hitze und Windstille 
brachte uns aus dem Roten Meer nach dem Ausgangs- 
punkt Aden, einem elenden Sandhaufen mit indischer 
Bevölkerung. Aber wir waren nun am Ende unserer 
Drangsal; denn vor uns lag jetzt der schöne Indische 
Ozean in seiner ganzen majestätischen Pracht. Man 
nahm eine Erquickung zu sich in dem von Hindus 
geleiteten Hotel und bestieg dann einen Esel, um trotz 
glühender Sonnenstrahlen die berühmten Zisternen zu 
besichtigen, die König Salomon zugeschrieben werden. 
Der merkwürdigste Kontrast! Rings umgeben von 
Sandwüste lag vor uns eine wunderbare Oase mit Dattel- 
und Feigenbäumen, bewässert durch die Zisternen, die, 
von großen Galerien eingefaßt, einen herrlichen Anblick 
bieten. Daß ich am Ausgang von Suez den Berg Horeb 
erblickte, vergaß ich zu sagen. Wir blieben nur so lange 
in Aden, um Kohle einzunehmen, und verließen ohne 
Bedauern den Ort der Sandöde; rechts die Insel Perim 
liegen Jassend, wandten wir uns dem Ausgang des Roten 
Meeres zu und befanden uns im großen, immer blauen 
Indischen Ozean. Wie ruhig lag der schöne Meeres- 
spiegel vor uns! Und doch ist er nicht immer so fried- 
lich zur Zeit der Monsunsttöme, wenn die Monsune 
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