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Paris 1859

Full text: "Aus meinem Leben" / Wallich, Hermann (Public Domain)

auf die Gefahr aufmerksam mache, die durch Liebes- 
abenteuer und leichte Liaisons entstehen. Mich haben sie 
entsetzlich unglücklich gemacht. Die Qualen der Eifer“ 
sucht, das Ertragen von schlechter Behandlung, verbunden 
mit regulärer Ausbeutung, sollten mir meine schönsten 
Jahre verbittern. Ein fester Wille hätte dies vermeiden 
können, aber das Fleisch war schwach, und oft genug 
habe ich später an den schönen Vers Tennysons. gedacht, 
den ich meinem Sohn zur Beherzigung empfehle: 
„Oh, well for him, whose will is strong, 
He suffers, but he can not suffer wrong, 
He suffers, but he will not suffer long.“ 
Die Folgen meines Lebenswandels blieben nicht aus. 
Meine kleinen Ersparnisse waren bald verschlungen, und 
ich machte Schulden dazu. Meinem Onkel blieb dies 
alles nicht verborgen, und es kam zum Bruch zwischen 
uns, Seine katonische Lebensauffassung konnte sich in 
die Anschauung eines jungen Menschen nicht hinein ver- 
setzen, besonders wenn der junge Mensch ein armer Ver- 
wandter war. Er sollte später an seinen Kindern drastischere 
Erfahrungen machen. Ich erkannte aber sofort, daß ich 
bei dem eigenartigen Charakter meines Onkels jedes 
Vertrauen bei ihm, wenn auch nicht mit Unrecht, ein- 
gebüßt und daß ich in seinem Hause jede Zukunfts- 
chance verloren hatte. 
1860. 
Rasch entschlossen verließ ich nach siebenjähriger 
Tätigkeit sein Haus und trat, arm wie eine Kirchenmaus; 
als Bürochef in das neu begründete Pariser Bankhaus 
Trivulzi, Holländer & Co. ein. Ich wollte zeigen, daß 
af)
	        
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