Path:
Schang-Hai 1867

Full text: "Aus meinem Leben" / Wallich, Hermann (Public Domain)

die heute noch herrschende Mandschu-Tartaren-Dynastie 
als fremder Eroberer eindrang, war die Missionsarbeit 
schon längst durch Vertreibung der christlichen Priester 
zerstört. Sie kamen aber mit der ihnen eigenen Zähigkeit 
wieder. Ich sah nach dem glücklichen Verlauf des franzö- 
sisch-englischen Feldzuges nach Peking 1860 die Jesuiten 
wieder in ihre schöne Domäne Sikawei einziehen, die 
sie bereits unter Ludwig XVI. besaßen. Heute haben 
sie dort eine Unterrichtsanstalt, in der 1000 chinesische 
Knaben in verschiedenen Handwerken unterwiesen 
werden. 
Die chinesischen Produkte Tee und Seide waren 
schon damals gesuchte Artikel, daneben fand das elende 
Gift des Opiums leicht von der chinesischen. Küste 
seinen Eingang ins Innere. Diesen Handel besorgte 
bis 1832 ungefähr als Monopol ausschließlich die damals 
noch selbständige East India Company. Wohl fanden 
schon 1790 die ersten Ansiedlungen amerikanischer 
Firmen in Kanton statt. Aber sie beschränkten sich auf 
einige Teeladungen, während die Engländer den größten 
Teil des sehr lukrativen Opiumhandels monopolisierten. 
Sie trieben es sogar zu dem sogenannten Opiumkriege 
1841 (der ihnen den Besitz von Hong-kong verschaffte), 
als sich die Chinesen mit Recht gegen die weitere Ver- 
breitung des Opiums, das von Indien als Mohnpflanze 
importiert wurde, zu wehren suchten. Als zu Anfang 
der zoer Jahre das Monopol der East India Company 
aufhörte und der Handel mit China der gesamten eng- 
lischen Handelswelt freigestellt wurde, was war natür- 
licher, als daß die früheren Vertreter der Company sich 
als selbständige Kaufleute etablierten und den Grund zu 
Pa 
x
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.