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V. Die römische Zeit

Full text: Dr. Carl Sonnenschein / Thrasolt, Ernst (Public Domain)

schen Studenten ein) bis zu dem Zwischenfall in der 
Peterskirche. 
Den Kongreßstudenten waren für St. Peter reservierte 
Plätze in der Confessio zugesagt. Geschlossen zogen sie 
(der Aufzug durch die Stadt war ihnen wegen der Ge- 
fahr der Störung durch die Liberalen verboten worden) 
vom deutschen Campo santo nach St. Peter. Aber in- 
zwischen hatten gefällige Monsignoris ihren guten Be- 
kannten oder auch gut Zahlenden die für die Studenten 
reservierten Plätze angewiesen. Große Bestürzung und 
Empörung! Während Sonnenschein mit Zocchi zu 
Leo XII eilt, ziehen die Studenten ab, aber Parocchi, 
der ihnen am Eingang begegnet, zieht mit ihnen in die 
Sakramentskapelle, die mit dem Papst nur die Kardinäle 
betreten dürfen. Leo XIII. kommt, stutzt einen Augen- 
blick, und dann zieht er mit dem Gefolge, den Nobel- 
garden und den Studenten in Wichs und mit ihren 
Fahnen in St. Peter ein, entzückt von dem Schauspiel, 
das der Ort noch nie gesehen hatte, „Tales ambio defen- 
sores — solche Verteidiger wünsche ich mir“, war das 
Wort, das der Papst den Studenten mitgab. 
Im übrigen war die Teilnahme aus Deutschland 
schlecht. Der C.V. und K.V., diese größten katholischen 
Studentenverbände, hatten die Teilnahme abgelehnt, die 
Unitas hatte sie freigegeben. Im ganzen waren ı50 und 
mehr deutschsprechende Studenten aus Deutschland, 
Österreich und der Schweiz da. Es wurden Berichte über 
die Studentenfragen aller Länder gegeben; Romolo 
Murri und M. Sangnier sprachen; eine internationale 
Kommission wurde gebildet, in der sich Italiener, Deut- 
sche, Franzosen (Marc Sangnier war unter diesen), 
Österreicher, Schweizer, Belgier, Spanier befanden; es 
wurden Mitteilungsblätter beschlossen, die von dem Fort- 
gang der Arbeiten der Internationale berichten sollten 
— am ı. März 1901 erschien die erste und letzte Num- 
mer —, und dann schlief die Sache ein. 
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