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XI. Rund um Sonnenscheins Person

Full text: Dr. Carl Sonnenschein / Thrasolt, Ernst (Public Domain)

bezüglich Sonnenscheins Schnitzlers „Wir spielen immer, 
wer es weiß, ist klug‘. Aber war der Wechsel nicht 
damit gegeben, daß er der universale Mensch war, daß 
er allen alles werden wollte, der „sammeln“ wollte und 
„Du kommst mit Forderungen?“ (vergl. S. 247). War 
damit nicht gegeben, daß er sich wie ein Proteus wan- 
deln mußte und daß er zum problematischen Menschen 
ersten Ranges und wie der große Ruhelose so der große 
Rätselhafte wird? 
Zu Sonnenschein dem Proteus und problematischen 
Menschen gehört und trägt gleichzeitig zur Aufhellung 
bei der Abschnitt Sonnenschein als 
Der Ängstliche und der Verantwortliche 
Er konnte sagen: „Ja, das ist schon richtig. Der 
Mensch darf in diesem Fall so handeln, darf sich im 
Gewissen von dem Gesetz entbinden, aber das dürfen wir 
nicht öffentlich sagen.“ Grenzt das an das System von 
der doppelten Wahrheit, das eine Wahrheit für das Volk 
und eine andere für die Höheren hat? Oder ist es nicht 
vielmehr die Einsicht, daß es unmöglich ist, die Menge 
(das ist nicht nur die Menge unten!) auf das Gewissen 
zu stellen, weil sie sich kein Gewissen macht, weil sie 
Herde ist und bleibt und als solche genommen werden 
muß, weil er an den Spruch Schillers dachte: „Weh 
Nenen, die den ewig Blinden des Lichtes Himmelsfackel 
eih’n!“ 
Er ist zu einem Abend eines Adelsklubs eingeladen (bei 
den Abenden richtete er es gern so ein, daß er später 
kam und daß für ihn nachgedeckt werden mußte, da 
konnte er sich ungenierter richtig satt essen); es war in 
der Fastenzeit, es werden Zigarren gereicht, und es wird 
Wein getrunken. Ein Freund von ihm, auch ein Geist- 
licher, trinkt und raucht; Sonnenschein trinkt nicht und 
raucht nicht: es ist Fastenzeit. Als der Abend zu Ende 
ist, fährt Sonnenschein mit dem Freund nach Haus, und 
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