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X. Sonnenschein und die Jugendbewegung

Full text: Dr. Carl Sonnenschein / Thrasolt, Ernst (Public Domain)

Name nur nebenbei einmal in der Aufzählung, die der 
Studentenseelsorger, der Dominikaner Conrath, gab, 
genannt, und an der Seite des Manuskriptes fand sich 
bei der Korrektur bei jenem Namen in roter Tinte die 
Randbemerkung „jugendbewegt‘“? Einen Hauptstreich 
gegen die Jugendbewegung versuchte Sonnenschein zu 
führen, indem er eine seiner Aussprachen bei der Dele- 
gatur anberaumte und bei der über das Thema „J ugend 
und Autorität“ gesprochen werden sollte, bei der 
aber Guardini hingerichtet werden sollte, in dem Sonnen- 
schein einen Haupträdelsführer der Jugend sah und den 
er ansah als Urheber der blassen Intellektualisierung, der 
alles „problematisch‘“ ist, Gott, Christus, Kirche „frag- 
würdig‘ sind, die sich einen Sport aus „Zerrissenheit“ 
und „moderner Kompliziertheit‘“ macht. Doch Guardini 
riß das Steuer der Aussprache an sich und begann damit, 
daß er ausführte, die Frage der gefährdeten Autorität 
sei nur zu einem kleineren Teil Frage der unbotmäßigen 
Jugend, zum größeren Teil sei die Frage Frage der 
Autorität, die ihre Autorität mißbrauche usw. Und 
Sonnenschein mußte, geschlagen durch die Beweisfüh- 
tung Guardinis und auch noch unmöglich gemacht durch 
sein eigenes Verhalten bei der Aussprache, in sein Wig- 
wam zurückkehren, ohne den erhofften Skalp Guardinis 
am Gürtel. Er versuchte später noch einmal, eine Aus- 
sprache, Thema „Einheitsfront der Berliner Katholiken‘ 
zustande zu bringen; aber da ein anderer Rädelsführer 
der Jugendbewegung, dem es jetzt den Kopf kosten 
sollte, mit Hinweis auf den Charakter und das Ergeb- 
nis der Gerichtssitzung gegen Guardini, von vornherein 
ablehnte, kam diese Aussprache nicht zustande. , 
Alles in allem: Mag Sonnenschein auch zum Teil 
Recht in seiner Stellung zur Jugendbewegung und 19 
ihrer Ablehnung gehabt haben, besonders auch persön“- 
liche Gründe und Berechtigung dazu gehabt haben: € 
hatte Unrecht — er sah das Wesentliche und Grund- 
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