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IX. Das Berliner Werk

Full text: Dr. Carl Sonnenschein / Thrasolt, Ernst (Public Domain)

Epiphanie, Abendgebet, Selbstmorde, Donaustädte, Gör- 
litz, Im Nebel, Isarstädte, S. Martin, Nach Jerusalem, 
Barfußstraße, Gregor Huch, Stadtmission, Nuntiatur, 
Das Pfarrhaus, In Albis, Weltmission, Rosa Sucher, Die 
barocke Stadt, Treue, Elberfeld, Müggelsee, Ketteler; 
Priestertum, Liturgie, Christus und Dogma, Mönchtum, 
Tradition usw. usw. — in dieser Symphonie kehren drei 
Grund- und Leitmotive immer wieder, das von 
Religion, die er so weit sieht, wie Gott und seine Welt 
reicht, die er überall sieht, nicht nur in der Kirche und 
die er nicht kirchlich konfessionell verengen läßt und 
die ihm die große theozentrische und alles verbindende 
Sicht gibt, dann das Motiv von der Natur und der 
Notwendigkeit der Naturbedingungen zur Erfül- 
Jung der Gebote und der Ermöglichung des Christseins, 
unter welchem Motiv er immer wieder von der Großstadt 
spricht und echt priesterlich nicht unbesehen Lasten 
auflegt, und endlich das Motiv von der Kirche, die 
er in ihrer ganzen wesentlichen Tiefe sieht, als Ver- 
mittlung der Erlösung, als Erlöserin der Natur und der 
Kultur. Hierzu die Sätze: 
Zu Religion und Religiosität: „Religiöse Menschen 
wachsen am Ganges. Religiöse Menschen schauen in des 
arktischen Nächten zu ihrem Herrgott. Religiöse Menp- 
schen beten in den verlassenen Oasen der Wüste, 
schluchzen hinter den Fassaden seltsamen Heidentums- 
Religiöse Menschen gehen oft mit verschüttetem Herzen, 
oft mit seltsamer, zerrissener Melancholie, oft mit einem 
Haß gegen die Dinge, die sie lieben sollen, durch die 
Straßen der Weltstadt, Wir schelten sie nicht. Wir beten 
nur und werben, daß die Morgenröte in ihnen die Sonne 
finde. All dieser wunderbaren, naturhaften Religiosität 
in der Welt letzte Erfüllung, tiefster Ankerplatz und 
mütterlichste Heimat ist die Kirche.“ (Notizen 2/5.) — 
„Niemand ist religiös, der nicht mit diesem Gottes- 
00)
	        
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