in seinen Werken, sie waren darum Same Christi,
Christus und Christen wuchsen aus seinen Werken. Und
wo er nicht Seelsorger war, war er in der Weltstadt
Berlin (liegt sie an der Spree oder am Styx?) der Helfer
Christi, der auch Brot gab und Kranken half, war er
der Weltstadthelfer.
6. Die „Litfaßsäule“
Um die Bedeutung Sonnenscheins und seines Büros,
seine geistig organisatorische Wirksamkeit wie seine
Liebes- und Helfertätigkeit zu illustrieren, sei ein eigenes
Kapitel über seine „Litfaßsäule“ geschrieben. Seine Lit-
faßsäule ist gleichzeitig ein Wahrzeichen und ein
geschichtliches Dokument.
Irgendein Spaßvogel bezeichnete das „Wochen-
programm“ Sonnenscheins, das er für den „Kreis
der Freunde des SSS“ wie für die Gäste des
SSS herausgab, und das Mitteilungen machte über die
Veranstaltungen der nächsten Woche, über Vorträge,
Konzerte, Führungen und Besichtigungen, Anschriften-
listen von Ärzten, Juristen usw., von Kranken- und
Erziehungshäusern, Erholungsheimen usw., über neue
Bücher, neu eingetretene verheiratete usw. Mitglieder,
und die Hilferufe, telegrammkurze SOS-Rufe brachte,
als Litfaßsäule. Wie die Litfaßsäulen das Leben der
Großstadt anzeigen, spiegeln, hinausschreien, Veranstal-
tungen, Geschäftseröffnungen, Suche nach verloren-
gegangenen Menschen und Sachen, Nachfragen und An-
gebote, Bitten und Widerrufe, Unrast und Qual bunt
und unvermittelt hinausschreien, so tut es auch das
Wochenprogramm: Es ist Symbol wie Dokument, ist
Wahrzeichen wie Urkunde. Wie die „Notizen‘‘ Sonnen-
schein im Geistigen und Großen spiegeln, so spiegelt ihn
die Litfaßsäule im Kleinen und Täglichen, aber beide
in seiner Helfertätigkeit und stets am Aufbau und Aus-
bau Berlins, Die Litfaßsäule nun veranschaulicht seine
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