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III. Familie und Kinderjahre

Full text: Dr. Carl Sonnenschein / Thrasolt, Ernst (Public Domain)

hielt und auf ihre Fragen nach ihm „Bruder Carl‘ mit 
ihnen spielte. Vater Noll starb zu Anfang des Krieges. 
Was Carl Sonnenschein den Eltern und ihrem Wesen 
schuldet, läßt sich schwer feststellen. An den Vater hatte 
er, wie er selbst sagte, keine Erinnerung; von der Mutter 
erzählte er, daß sie eine stille, verschlossene Frau ge- 
wesen sei, die sich in der Stadt nie so ganz habe zurecht- 
finden können. Es mag sein, daß er von dem Vater, dem 
Bonner Husar, die schnelle Entzündbarkeit und den gei- 
stigen Schwung, von der Mutter, nach einem Bild von 
ihr, auf dem sie ihre beiden Söhne rechts und links an 
der Hand hält, eine große, herbe Frau, die Gediegenheit 
und Zähigkeit des‘ Wesens geerbt hat. Die religiöse wie 
barmherzige Gesinnung, die so vielen Gliedern der 
beiderseitigen Vorfahren-Familien eignete, mag sein We- 
sen zur Religiosität wie zur Nächstenliebe vorbereitet 
haben. 
In seiner München-Gladbacher Zeit kaufte Sonnen- 
schein das Haus in der Dahlenerstraße 1509 (März 1930 
waren noch Schulden darauf, trotz der günstigen Ab- 
zahlungsmöglichkeiten der Inflationszeit und der Hun- 
derttausende von Goldmark, die während vieler Jahre 
durch seine Hände gingen) und nahm seine Geschwister 
zu sich, wie er überhaupt und stets auf das liebevollste 
und rührendste für sie besorgt war. Nun ist das Pfört- 
lein, das er von seinem Garten in die Gartenmauer der 
Alexianerbrüder hatte brechen lassen, um in ihrer Kapelle 
die heilige Messe lesen zu können, wieder zugemauert.
	        
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