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VI. Die Westdeutsche Zeit

Full text: Dr. Carl Sonnenschein / Thrasolt, Ernst (Public Domain)

wir satzungsgemäß keine Mittel, sie fällt in das Gebiet 
des Karitasverbandes; der kann das machen.“ Als 
Sonnenschein weiter drängte, sagte ihm Pieper glatt 
seine Ansicht ins Gesicht, daß er der Arbeit nicht ge- 
wachsen sei und daß die Studenten nichts mehr von 
ihm wissen wollten; die Studenten sprächen abfällig über 
seine Arbeit; er habe keine Gefolgschaft; zudem sei jetzt 
keine Zeit für seine Probleme, es sei die Zeit der Hoch- 
schulreform und ihrer Fragenkomplexe, von denen er 
nichts verstehe. Da ging Sonnenschein, ohne Handgruß, 
und er sah — es greift einem ans Herz — den Volks- 
verein nie wieder. 
Auf einer seiner sozialstudentischen Karten hatte 
Sonnenschein den Spruch Rene Schickeles stehen: 
Das war mein Traum, daß 
Jauchzend die Jugend sich zu mir stelle, 
Daß in den Augen ein Leuchten sei 
Wie von Schwerterglanz im Lichte — 
der Traum war nun ausgeträumt; der Traum, der Führer 
von Führern des Volkes zu sein und so ein „einig Volk 
von Brüdern“ zu schaffen, war begraben. Wer Sonnen- 
schein je später nach der sozialstudentischen Arbeit 
fragte, rührte an eine Wunde und brachte sie wieder zum 
Bluten. 
f) Sonnenschein Studentenführer? 
Der Sird-ntenerwecker 
Im Jahre 1920 hatt: Scnnenschein in Göttingen, als 
er sah oder ahnte, daß -°-- Zeit oder seine Sendung bei 
den Studenten um we” - Yans Grundei gesagt: „Alles, 
was ich schaffe, sir” *-tweborene Kinder.‘ So sah er selbst 
sich und sein Werk 7-=:eht‘*erndes Geständnis! Wieder 
tragisches Ende cic-:- <ciner Arbeit wie aller früheren 
Arbeit! Und doch sah er falsch. Wir sehen ihn und sein 
Werk anders. Oder: Es erhebt sich die Frage nach ihm 
und diesem seinem Werk, oder die zweifache Frage:
	        
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