Path:
VI. Die Westdeutsche Zeit

Full text: Dr. Carl Sonnenschein / Thrasolt, Ernst (Public Domain)

pest warten, und Sonnenschein. mußte 17 Stunden 
Bummelzug fahren, um auf das Schloß Zichys zu 
kommen. „Wenn Sie wissen wollen, sagte er hernach, 
was Fegfeuer ist, so fahren Sie 17 Stunden Bummel- 
zug.‘“ Für die Art des jungen Sonnenschein mag noch 
folgende Episode sprechen. An einem Samstag Nach- 
mittag vor dem Weißen Sonntag 1909 kommt er zu 
Deling: „Schnell, Sie fahren mit nach Belgien!‘ Abends 
kommen sie, Dr. Maresch und noch drei, vier andere 
waren auch dabei, nach Hasselt bei Maastricht, wo ein 
katholischer flämischer Studentenkongreß stattfand, und 
Setzen sich still in eine Ecke, bis ein Geistlicher den 
Doktor erkennt und er ein paar Begrüßungsworte sagen 
und einen Vortrag zum nächsten Nachmittag zusagen 
muß. Am nächsten Nachmittag, in der offiziellen Fest- 
versammlung, an der van Roy, damals Generalvikar des 
Erzbischofs Kardinal Mercier, jetzt selbst Erzbischof 
von Mecheln, und ein Bischof aus dem Kongo teil- 
nahmen, sprechen zwei Redner; Professor Prims aus 
Antwerpen begrüßt die anwesenden Deutschen, und nun 
Ist Sonnenschein an der Reihe, der aber nicht da ist. 
Deling springt für ihn ein — während seiner Rede er- 
Scheint Sonnenschein, der einen Besuch bei einer Familie 
gemacht hat und der nun, wie er geht und steht, aufs 
Pult muß und den rednerischen Höhepunkt der Ver- 
Sammlung darstellt. Abends geht es nach Antwerpen und 
Ins erste beste Hotel. Am andern Morgen wird dem 
Doktor die Rechnung für sechs, sieben Personen Abend- 
essen, Nachtquartier und Frühstück präsentiert. „Deling, 
haben Sie Geld?“ Deling hatte keins und die andern 
auch nicht. Da verschwindet der Doktor und kommt in 
mer halben Stunde mit 200 Franken wieder und 
bezahlt. 
_ Alle, die Sonnenschein gekannt haben, können sich 
ihn, besonders in der München-Gladbacher Zeit, wo er 
als die Rakete München-Gladbachs stieg, als die Trom-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.