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Nach dem dreissigsten Jahr Die Umwälzung Holstein

Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

Die Umwälzung in Holstein 
Der Gefreite in Feldgrau und hohen Stiefeln, zum 
Adlatus des Pförtners geworden, schien ein studierter 
Mann. Das Benehmen mustergültig. 
„Warum ist hier eine Besatzung? und alle mit roten 
Kokarden ?“ Der Pförtner, der uns zu den Zimmern 
bringt, wundert sich, daß wir das nicht wissen. „In 
Hamburg ist Soldatenrat!“ 
Mit einem Schlag übersah man, was vorging ... und 
wurde gewissermaßen aufgeweckt. Als hätte man wirk- 
lich bis dahin totentief geschlafen. 
IV. 
Der Bahnhof drüben gesperrt. Jetzt fährt ein Solda- 
tenwagen vor; Brote werden an die Besatzung verteilt, 
Frauen rufen zu den Besatzungssoldaten heitere Worte. 
Denkbar vortreffliches Einvernehmen . . . Aber jetzt, 
was ist das? 
V 
Es knallt — auf dem Platz wird geschossen. Die An- 
gesammelten stürmen auseinander. Zwischendurch 
immer Schüsse. 
Wir suchen Deckung an Gaskandelabern, rennen 
etappenweis über den Platz. Ich habe den Krieg hier 
in Altona kennengelernt . . . (Das Ganze hat, wie man 
später hört, auf einem Mißverständnis beruht.) 
Der Platz ist nun menschenleer . .. Gegen Mitter- 
nacht rollen Autos mit Maschinengewehren durch das 
Dunkel — vom Fenster im unerleuchteten Zimmer ist 
kaum was zu sehen. 
Alles wird unten zur Abwehr eines Angriffs vor- 
bereitet — aber der Angriff (am Morgen weiß man es) 
ist nicht erfolgt. 
VI.
	        
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