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Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

4.20 
Nach dem dreißigsten Jahr 
Die Zeit vorher ist nicht so schrecklich, Schrecklicher 
die Zeit währenddessen. 
Doch wenn der letzte Gast den Raum verlassen hat — 
so ein Glück gibt es nie wieder. 
IL. 
Zuweilen gab man vor dem Krieg rauschende Tees; 
ich hab’ es bis auf drei gebracht. 
Und alle Teilnehmer waren einig, daß nie ein schöne- 
res Fest in Deutschland oder dem angrenzenden Luxem- 
burg erfolgt sei. Bis zu zweiundzwanzig Personen. 
Ein Diener war gemietet, der damals mit meiner Eury- 
kleia in der Speisekammer kos’te. Der weiße Schlips war 
im Honorar einbegriffen. Austernbrötchen gab es; 
Sekt. Gegen Abend Rotwein. Veilchen und erlesenes 
Obst auf dem Anrichtetisch im Bauernzimmer ver- 
streut. Die Trauben lagen nur so rum. Na! 
Selbst der Diener stolperte zuletzt ... 
L1IL. 
Jetzt, in der verwandelten Zeit, gab es immerhin 
statt der Austern kleine Kuchen mit Schokoladenmus. 
(Andre daneben ohne.) Dann zuverlässige Brötchen mit 
Petersilienbutter, mit Anchovispaste, mit schlichter, 
doch gediegner Gänseleber. Mit sonstwas. Es verlief 
sehr harmonisch. 
Niemand stolperte. Auf drei Zimmer und einen Kor- 
ridor verteilte sich der muntere Schwarm ehrenfester 
Besucher. Arbeitsraum, Schlufrimmer, Ankleidezim- 
mer blieben gesperrt. Heiter ıtlitze waren da- 
zwischen. Ein Stimmengev: blegen und Wie- 
deranziehn. Ein Klingeln. Zu. seitiges Vorstellen. 
Freundlichkeiten füllten die Lufi. Ecken wurden ge- 
bildet. Gewänder bliesen Triumph. Tasten wurden
	        
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