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Nach dem dreissigsten Jahr Umweltlicher Junggesell

Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

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Nach dem dreißigsten Fahr 
Am Abend aber stand er auf und setzte sich zu mir. 
Er fing ein harmloses Gespräch an, wozu auf Schiffen 
das bevorstehende Wetter in der Nacht immer leichten 
Anlaß gibt. Aber der tiefere Grund war die Ahnung, 
daß hier ein .. . wenn auch nicht Fachgenosse, so doch 
der Inhaber eines verwandten Berufs zu finden sel. 
Denn ein Pfaff’ ist kein weltlicher Mensch — und sind 
wir Künstler weltliche Menschen ? 
Wenn wir des Abends den Frack anziehn und irgend- 
wohin fahren, wo Lichter und Frauen sind, haben wir 
doch den ganzen Tag als Einsiedler gehaust; von dieser 
Unweltlichkeit bleiben Spuren zurück, die einem 
Bischof als Verwandtschaftsmerkmale vorkommen ... 
Das wird es sein. 
HL. 
Der Bischof von Sankt Helena war ein sehr resigniert- 
freundlicher Mann, mit einem leichten Zug von un- 
gestillter ... Sehnsucht; und sie kam als leis merkliche 
Neugier heraus. 
Sobald ich verstanden hatte, was er mit dem Worte: 
„Szent Iliiiihne‘, wie er es aussprach, meinte, war aber 
ich der Neugierigere. 
Ich fragte nach allen Einzelheiten, die auf den Bona- 
parte Bezug hatten; er mußte davon erzählen. Ich be- 
stellte mir eine Flasche Stout, er bestellte sich (ich 
hätte das nie gedacht) mit ruhig milder Stimme „whisky 
soda‘; und er trank diesen Alkohol in nachdenklicher 
Verfassung. 
IV. 
Die Topographie von Sankt Helena wurde lebendig 
in seiner schlichten Darstellung; er freute sich, daß ich 
sogar nach Sonderpunkten fragte wie nach der Woh-
	        
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