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Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

Heilande werden gesucht 
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schaudernd-entsetzter Poet. Und des Dritten Ewigkeits- 
werk vom Tristan darf niemals wegzudiskutieren sein. 
Immerhin: mehr Beethoven! 
N 
Damit schob ich den Band Jean Paul wieder ins 
Regal. Es fiel mir ein, daß ich etwas ganz Andres hatte 
zu Papier bringen wollen. 
Wie man vom Weg verdrängt werden kann, wenn 
die Feder das Wort „Hundsposttage‘“ schreibt statt 
„Hundstage““, 
Heilande werden gesucht 
LT 
Mit jeder anbrechenden Nacht: rückt der Punkt 
näher, wo die große Einkehr zu halten ist: um die Jahr- 
hundertwende. Bald erscheint die Zahl 1900. 
Der Wahnsinn und die Glorie dieser Zeit steigen 
herauf, beide hart nebeneinander; die Größe, zugleich 
die Bestialität; Fortschritt und Servilismus; macht- 
voller Gedanke der Freiheit, Zauber technischen Kön- 
nens, listige Lüftung stiller Elementargeheimnisse, Ver- 
feinung und Erhöhung der Menschlichkeit, Verbrei- 
tung der ethischen Idee; — auf der andren Seite: stärkste 
Machtanbetung aller Jahrhunderte; zum mindesten die 
bewußteste aller; die erste Philosophie der Macht- 
anbetung; die Herrschaft des Säbels. .. und noch über 
dem Säbel die Vergottung des Geldes. 
Himmel und Erde heut erfüllt vom Triumphlied des 
mobilen Besitzes — — aus der Tiefe steigt das Gebrüll 
der Unbeteiligten, der Ausgeschlossenen. 
So ist meine Jahrhundertwende.
	        
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