Path:

Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

280 
Lützow-Ufer 
Asche meines in Heidelberg verbrannten Leibes däm- 
mern wird. Dann fangen die Atömchen gelegentlich 
wieder an zu fühlen, und es regt sich in dem grauweißen 
Staub eine verschollene, körperlose Stimme, welche 
spricht: 
So war das Leben. Such was life. Telle &tait la vie. 
TIL 
Der Wirbel schweigt. Die Totenuhr 
Tickt stumm den Takt der Kreatur; 
Ein Tupfen nach dem Tosen, 
Das Sterbe-Scherzo der A-Dur: 
Choral der Glaubenslosen. 
Der Morgen 
E_ 
Wenn die Schaffnerin Eurykleia das Teebrett mit 
Briefen an die schimmernden Kissen bringt und alle 
Vorhänge aufzieht, erscheint sie als ein traumwandeln- 
des Gebild aus längst verstorbenen Zeiten. 
Und während dieses Gespenst nebenan, im Arbeits- 
zimmer, den Ofen pflegt, hört man, flüsternd, sum- 
mend, klagend-lustig, noch die Musik von gestern Nacht. 
FT. 
Das Bewußtsein irrt in der Weltendimmerung, wo 
jemand Fragen und Menschlichkeiten unter dem Ge- 
sichtspunkte der großen Verzeihung betrachtet — in- 
dem er, fast bewußtlos, den Duft dieses Erdsterns, ge- 
mischt aus Lust und Krach, einzieht . . . und von sich 
bläst. 
Von sich bläst!
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.