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Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

Regen fällt 
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Ich klopfe ... Man hört sein etwas wildes Lied: 
Glücklich ist, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern ist. 
IT. 
Mittlerweile lebt und stirbt und liebt und lacht hier 
die Bevölkerung, im Sand am schmutzig-nüchternen 
Fluß. Gleich Engelszungen redet eine statistische Ta- 
belle; was im Jahr geschah, ist in Zahlen kundgemacht. 
Frankreich hat sich zu schämen vor solcher Blür’ 
und Mehrung in Berlin. „Eine Mutter“, heißt es, 
„konnte ihr siebenundzwanzigstes Kind in das Geburts- 
register eintragen lassen.“ Der Jüngste Vater war neun- 
zehn Jahr alt. 
„Über fünfzig Jahre war die Mutter nur in vier Ge- 
burtsfällen.“ Ungenügsame Tabelle! Dieser Tadel in 
dem Wörtchen „nur“! ... 
Was will der Kummer eines Einzelnen besagen gegen 
50 allgemeine Fruchtbarkeit. Schon Vater Gleim 
sang: „Berlin ist Sparta.“ Wie wahr! Jedenfalls ist es 
nicht Athen. 
HILL. 
Die Duse hat gestern in der „Gioconda“ gespielt. 
In die Knie möchte man sinken. Sie wird von hinnen 
zehn. Es muß sein. Die Erde trägt solche Gestalten 
Nicht lang. 
IV. 
Das Wetter hat sich gebessert inzwischen, Heut spei- 
sten viele im Freien zur Nacht. Na also! Am Nollendorf- 
platz liegt eine große Kneipe, da war im Garten grade 
Noch ein Stuhl zu haben. An den Zaun kam ein Leier- 
kastenmann. Ich schwor, von einer Ahnung erfaßt, 
er würde die Melodie spielen: „Glücklich ist, wer
	        
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