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Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

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Verwirrungen 
Meine holden Blüten, meine seligen Kinder, meine 
lieben Prinzessinnen. Wenn alles gut geht, kommt ein 
Tag dann, wo auch ihr im Theater sitzt und aus einer 
mittleren Parkettreihe ein Herr im halbdunklen Raum 
nach euch sieht, während ihr bei einer Bewegung zu- 
weilen glitzert und zuweilen die Augenbrauen verzieht 
und lacht; und er möchte wieder im Halbdunkeln mit 
euch allein sein, euch in die Arme nehmen und euch 
halbtotküssen. So ist das Leben, — meine holden Blü- 
ten, meine seligen Kinder, meine keben Prinzessinnen. 
VI. 
Der Lenz ist gekommen. Die Stunde drängt. In vier- 
zehn Tagen bin ich in Paris. (Zum ersten Mal...!) 
Auf etliche Zeit nimmt man Abschied von der Stadt 
an dieser Spree. Von Begegnungen in Zimmern, Und 
von allem andren. 
Von allem andren. 
VI. 
En te perdant je sens que je t’aimais. 
Regen fällt 
Woher diese schauderhafte Weichheit plötzlich! Ich 
verstehe das nicht — und mich nicht. Ist ja ekelhaft. 
Himmel, Arm und Wolken! Schluß damit. 
Wasser strömt immer noch herab in grauer Einsam- 
keit. 
Wer diesen klatschnassen, preußisch-kalten Lenz 
sturmgefriedet tragen will, muß an die Pforte klopfen, 
wo der letzte Gesell aller Starken und Sehnsüchtigen 
haust: der Titan Humor.
	        
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