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Erster Teil. Fahrten Caput V. Schlesischer Himmel

Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

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Schlesischer Himmel 
Unvergänglich in ihrer hinreißenden Kunst ... die 
keine Kunst mehr war. 
UT. 
Wie ging es ihr? — 
Diese schlesische Mignon trat mit vierzehn Jahren in 
Breslau auf die Bretter. Im Chor. 
Sie bedarf zwar keines Vergleichs mit Goethes Su- 
leika — die, auch vierzehnjährig (zur Wonne der Frau 
Rat), auf den Brettern erschien . . . doch etwas von die- 
sem Kindhaften und Weibhaften, von dieser frühen, 
süßen, nachdenklichen Art blieb ihr — für Lebenszeit. 
VI1. 
Ihre Lebenszeit ... Ich kannte die Sorma, als der 
Sohn ein ganz kleiner Mensch noch war. Ein paar Jähr- 
chen alt. Er hat sie weder damals noch später — er hat 
sie nie auf den Brettern gesehn. Doch er hat diesen 
Menschen gekannt: es war dasselbe. Das ist es: es war 
dasselbe! Der Privatmensch und der kunstschaffende 
Mensch: dasselbe. 
Wenn sie von dem Sohn sprach, mit einem liebend- 
besorgten Blick der unvergleichlichen Augen: da war 
sie die Mutter aller Mütter — und deshalb, deshalb, 
deshalb war sie als Frau Alving die Mutter aller Mütter. 
VIIL. 
Sie ist ihrem Sohn übers Meer gefolgt; in das starke, 
das hoffnungsreiche Land. 
Vor wenigen Jahren sah ich sie dort, in Chicago. Mit 
jeder Liebe war sie umhegt von dem Sohn und seiner 
Frau.
	        
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