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Erster Teil. Fahrten Caput III. Hesperischer Himmel

Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

Wedekind am Gardasee 
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„Erdgeist“ zu liefern. Ohne den „Marquis von Keith“ 
zu schaffen. 
Das Buch ist wirklich nicht für den Genießer; viel- 
leicht für den Historiker. 
VI. 
Auch in den halbpolitischen Gedichten aus dem 
„Simplizissimus‘“. Die sind früh staubig geworden; ob- 
schon Wedekinds Kampf gegen die Wilhelmzeit gut 
war... in dem Augenblick, wo er ihn kämpfte, 
Noch andres, das heute matt berührt . . . aber nicht 
matt in der Stunde des Erscheinens war. 
VI. 
Neues über Wedekind lehren auch ein paar Erzäh- 
lungen hier nicht. „Ein böser Dämon“ — Provinz- 
novelle, schlüpfrig. „Marianne“ — schweizerisch-alter- 
tümlich; zwischendurch weichmütiger Kitsch, Dann 
eine Verführersache. . . mit Strumpfband-Lüsternheit, 
Eindringen in die Schlafkammer. 
Alles durchaus gleichgültig; durchaus gleichgültig, 
IX. 
Was aber nicht gleichgültig wirkt auf den Sinn eines 
Menschen, das ist, lieber, steifer, schmunzelnd-ernster 
Wedekind, ein Erinnern an Deine Menschlichkeit. An 
Dein gutartig-mephistophelisches Gesicht, welches vor 
dem Daseinsrätsel so verwundert stand wie jeder von 
uns. An Dein Achselzucken. An Deine staunenden 
Lebensstunden. 
An einen Abend bei Frederich, als Du, benommen 
von Deinem späten Erfolg, beglückt vom Glanz der 
Schauspielerin Orska, befangen durch Deine Poeten-
	        
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