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Erster Teil. Fahrten Caput III. Hesperischer Himmel

Full text: Es sei wie es wolle, es war doch so schön! / Kerr, Alfred (Public Domain)

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Hesrerischer Himmel 
IV. 
Die Ausgabe her!! — „Es war schon Nacht, als ich 
die Stadt Lucca erreichte.“ Die Häuser der Stadt nennt 
er „hoch und trüb“, Nein; heute wirken sie vornehm- 
verschollen . .. und edel-sauber. 
Die Ausgabe her! „Vor einem alten Palazzo lag ein 
schlafender Bettler mit ausgestreckter Hand.“ Der sitzt 
noch da; seit 1828... Möcht’ er den Mussolini bald über- 
leben! 
(Jener Palazzo heißt aber nun: Casa di Risparmio; 
Sparkasse.) 
V 
Irrtümer liefen dem Poeten in Sachen des Doms 
unter. Ich stelle fest: Irr-tüü-merrr!!! 
Gemälde, die er beschrieb, hängen gar nicht drin. 
Ich löcherte den herumführenden Militär um eine 
Hochzeit zu Cana, die Heine hier erwähnt; von Schülern 
des Andrea del Sarto. Er konnte sich die Hochzeit nicht 
aus den Schenkeln schneiden. Ich forderte sie, Beinah’ 
kam es deshalb von mir zur Tätlichkeit. „Nooo, signor!!“ 
Was Heine dahingegen nicht beschrieb, ist eine dort 
vorhandene köstliche Jungfrau mit Kind, von Fra Barto- 
lommeo. 
Der Märtyrer Stephan, welcher dabeisteht, hat auf 
dem Bild einen Dutt am Hinterkopf. Dies ist, wie sich 
dann herausstellt, vielmehr ein Stein; Merkmal der 
Märtyrerschaft. Und nachdem ich ihn schon „Stepha- 
nie!“ genannt hatte, zog ich alles zurück, 
VI. 
Der Militär machte den Eindruck eines Russen: weil 
er ein Wort von slawischem Klang böllernd entließ, 
„Pogalusche!“, daß es durch den Dom scholl.
	        
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