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Siebzehntes Kapitel Belehrungen des Toren

Full text: Meine Fahrt nach Berlin / Ehrler, Hans Heinrich (Public Domain)

In kleiner Gesellschaft wird von einem Eingeladenen ab⸗ 
schließend gesagt: „Die Erde war groß, ein Wunder; jetzt 
ist sie klein, eine Sache. Der Mensch kennt sie, verfügt über 
sie, gebraucht sie. Die Gesetze der Natur sind ihm dienstbar 
und bis auf Reste kund.“ 
Ich denke schweigend der Männer von Dahlem, welche 
an diese Reste ihr Leben hingeben, höre aber weiter: „Auch 
das geistige Wesen der Zeit wird von diesen Wandlungen 
bestimmt, unphantastisch, unmythisch, unsentimental, em⸗ 
pirisch, sachlich sein.“ 
Ich frage: „Hat dieses Wesen wohl schon von der Zeit 
Besitz ergriffen?“ 
Meine Neugier wird massiv beschämt: „Sie sind seit drei 
Wochen in Berlin?“ 
Man hört den Atem der um ven SEisch Sitzenden gehen. 
Der Fremdling findet Lehrmeister anderer Art. Diese 
scheinen in ihre Augen eine leichte künstliche Trübung ge⸗ 
bracht zu haben, Tropfen einer nachdenksamen Müdigkeit. 
Sie sprechen über Dinge, Menschen, Stadt, Welt, als wäre 
ihnen all das schon in metaphysischer Offenbarung kund 
geworden, aber sie hätten das Erkannte mit dem Schleier 
des Verzeihens zugedeckt. Jenes großen Mannes (ach so 
Anderes bedeutende) Hypothese von der Relativität war 
ihnen nicht mehr nötig. Sie haben den Trug der Wertungen 
aufgedeckt, daß nur solch milde Verhängung den Zustand 
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