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Erster Teil: Menschen Fünftes Kapitel. Des Reichskanzlers linke Hand

Full text: Gestalten rings um Hindenburg / Reibnitz, Kurt von (Public Domain)

und Freiherr von Schön, der letzte kaiserliche Bot- 
schafter in Paris, ein sehr großes Haus gemacht, Herr 
von Tschirschky war zwar selbst nicht begütert, hatte 
aber. die Tochter eines sehr reichen Ssterreichischen 
Zuckerindustriellen, Baron Stummer von Tavornok, ge- 
heiratet. Baron Schön aber, dessen Gattin die schöne 
belgische Baroneß Bertha Groote ist, war, durch seine 
Mutter, eine geborene Heyl, an der gleichnamigen 
Wormser Lederfirma beteiligt, und konnte daher im 
großen Stil repräsentieren, 
In der gleichen glücklichen Lage befand sich Herr 
Solf, der schon jahrelang, bevor er Anfang Oktober 1918 
für einige Wochen an die Spitze des Auswärtigen Amts 
trat, als Staatssekretär der Kolonien ein großes Haus 
gemacht hatte, Er ist der Sohn eines wohlhabenden 
Bergwerksbesitzers, während seine Gattin der durch 
Terrains reichgewordenen bekannten Berliner Familie 
Dotti entstammt. Gesellschaftlich sehr wenig ist der 
Nachfolger des Grafen Brockdorff-Rantzau, der bekannte 
Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion 
Hermann Müller-Franken, hervorgetreten. Er war Reichs- 
außenminister unter der Kanzlerschaft Bauer und über- 
trug sein Amt, als er nach dem Kapp-Putsch für kurze 
Zeit selbst Reichskanzler wurde, seinem Parteigenossen 
Dr, Adolf Köster, der später im Kabinett Wirth Reichs- 
minister des Innern war und zurzeit deutscher Ge- 
sandter in Belgrad ist. Herr Köster hat das Auswärtige 
Amt zwar nur drei Monate geleitet, nämlich vom Kapp- 
Putsch bis zum Kabinett Fehrenbach, aber trotzdem mit 
seiner gewandten, hübschen Gattin, einer Hamburgerin, 
die auch als Malerin erfolgreich hervorgetreten ist, viel 
repräsentiert, 
Auch sein Nachfolger, der Außenminister des Kabi- 
netts Fehrenbach, Herr Friedrich Rosen, im Nebenberuf 
einer der besten Kenner und Übersetzer orientalischer 
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