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Erster Teil: Menschen Fünftes Kapitel. Des Reichskanzlers linke Hand

Full text: Gestalten rings um Hindenburg / Reibnitz, Kurt von (Public Domain)

dann Referendar, hatte er diese Karriere aufgegeben, 
um Korrespondent der „Frankfurter Zeitung‘ zu werden. 
Von da machte er dann den Sprung in die amtliche 
Laufbahn und wurde kurz nach Beginn des Krieges 
Pressechef des Generalgouvernements in Brüssel. Ein 
liebenswürdiger Gesellschafter und ‚geistreicher Plau- 
derer, hat sich Herr Rauscher viele Sympathien in der 
Berliner Gesellschaft erworben. Er trat zurück, als 
Fehrenbach im Juni 1920 Reichskanzler wurde und ging 
als Gesandter zuerst nach Tiflis, dann nach Warschau, 
Nach seinem Abgang zog man die Presseabteilungen, die 
inzwischen bei den verschiedenen Reichsministerien ent- 
standen waren, mit der in der Reichskanzlei bestehen- 
den zusammen und bildete aus ihnen die Vereinigte 
Presseabteilung der Reichsregierung, die dem Reichs- 
kanzler und dem Reichsaußenminister unterstellt ist und 
ihren Sitz in dem schönen Palais des Prinzen Friedrich 
Leopold am Wilhelmplatz hat, Chef dieser neuen Be- 
hörde wurde Geheimrat Heilbron, der, auch vom Fach, 
als Hilfsarbeiter von Exzellenz Hammann angefangen 
hatte und die rechte Hand des Ministerialdirektors 
Deutelmoser gewesen war. Er wurde, als Wirth im 
Mai 1921 den Reichskanzlerposten übernahm, durch den 
diesem menschlich und politisch nahestehenden da- 
maligen Redakteur der „Deutschen Allgemeinen Zeitung‘, 
Oskar Müller, ersetzt. Auch er war vom Bau und hatte 
jahrelang als Redakteur des „Stuttgarter Beobachters” 
und dann als Vertreter der „Frankfurter Zeitung‘ gewirkt. 
Außerordentlich gewandt und verbindlich in seinen 
Formen, sah man ihn mit großem Bedauern scheiden, 
als Cuno im November 1922 an die Spitze der Reichs- 
regierung trat und an Stelle des Politikers Oskar Müller 
wieder seinen Vorgänger, den alten Beamten Geheim- 
rat Heilbron, treten ließ. Indessen überlebte er das 
Kabinett Cuno nicht. 
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