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Vierter Teil: Salons Sechstes Kapitel. Salons der Kunst

Full text: Gestalten rings um Hindenburg / Reibnitz, Kurt von (Public Domain)

kann man bei ihnen kaum mehr von einem musikalischen 
Salon sprechen. Ließ sich doch Herr von Siemens einen 
großen Konzertsaal, der sechshundert Plätze faßt, an 
sein schönes Lankwitzer Palais anbauen, um dort im 
Winter regelmäßig Konzerte vor geladenen Gästen zu 
dirigieren. 
Die Kunst der Bühne hat ihren Salon in den 
schönen Räumen von Artur und Else Wolff in der 
Hardenbergstraße, Hier sind im Winter alle vierzehn 
Tage große routs, wo Bühne, Film und offizielle Welt 
sich treffen. Denn Artur Wolff ist Direktor der Deut- 
schen Bühnengenossenschaft und Syndikus fast aller 
großen Berliner Theater. Ihm hilft Frau Else Wollf, 
schlank, hübsch und elegant, eine der charmantesten 
und elegantesten Hausherrinnen der Reichshauptstadt., 
Ein Tanzsaal mit prachtvoller Jazzmusik und ein EBß- 
zimmer mit herrlichem Büfett (natürlich vom Schwieger- 
sohn Hans Borchardt, Chef der Firma F. W. Borchardt) 
sind die Pole, zwischen denen die Gäste, die fast alle 
nach dem Theater kommen, plaudernd, lachend, flirtend 
hin- und herwogen, 
Die Bühnenkünstler selbst sind durch Proben, Filme 
und den Abend beruflich so beschäftigt, vor allem aber 
angestrengt, daß sie weder Zeit noch Lust für die Ge- 
sellschaft haben, Die Durieux, Massary, Mady Christians 
sieht man nur selten, die Bergner, Dorsch, die Höflich, 
Thimig fast nie. Ausnahmen: Gertrud Eysoldt, Elsa 
Wagner, Man trifft sie beide häufig in der großen Welt, 
Auch machen sie ein angeregtes Haus für Freunde und 
Bekannte. Dasselbe gilt für Margarete Schlegel, gut im 
Film, noch besser auf der Bühne, Ihr Gatte ist der Pro- 
fessor der Nationalökonomie Hermann Levy, als Dichter 
„Hermann Lint'. Auch Henny Porten, um zum Film zu 
kommen — sie hat trotz aller Lias, Mias, Rias und Ku- 
schis, Muschis, Uschis immer noch ihren alten Platz in 
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