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Kapitel IV. Abkehr vom Geist

Full text: Walther Rathenau / Kessler, Harry, Graf (Public Domain)

„Der Vollendete lebt ohne Zweck, 
lenkt ohne Wort, 
handelt ohne Antrieb, 
schafft ohne Gegenstand, 
erdenkt ohne Ziel, 
wirkt ohne wirkend zu sein.“ 
Doch für Walther Rathenau wurde die Überlegenheit der Intui- 
tion eine ganz persönliche Erfahrung durch das Schaffen seines 
Vaters, an dessen Beispiel ihm der Unterschied verwaltender von 
schöpferischer Tätigkeit und die Rolle der Intuition bei dieser 
täglich, fast stündlich verdeutlicht wurde, Daher erschienen ihm 
nicht nur theoretisch, sondern auf Grund lebendigsten Erlebens 
neue Wertmaßstäbe, die er 1907 in seinen „Ungeschriebenen 
Schriften“ katalogmäßig aufzählt (Ges. Schr., Bd. 4, S. 218f.): 
„Blick fürs Wesentliche, 
Bewunderung, 
Vertrauen, 
Wohlwollen, 
Phantasie, 
Selbstbewußtsein, 
Einfachheit, 
Sinnenfreude, 
Transzendenz‘“ 
und in Gegensatz setzt zu den „Neigungen von Sklavenseelen‘, 
die diejenigen sind, welche er an sich selbst bekämpft: 
„Freude an der Neuigkeit, 
Kritiklust, 
Dialektik, Skeptizismus, 
Schadenfreude, 
Sucht zu glänzen, 
Geschwätzigkeit, 
Verfeinerung, 
Ästhetizismus.“ 
, X 
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