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Von der Mode

Full text: Spazieren in Berlin / Hessel, Franz (Public Domain)

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nicht nur aus freiwillig oder berufsmäßig ‚Koketten‘. Es gil 
nämlich zwischen dem falschen Glanz auch vernünftige A’ 
tikel, grobe Bettücher und derbe Lederstiefel, Bettvorlege 
und Stores, deren Preise, wenn auch nicht herabgesetzt, 
doch nicht zu unterbieten sind. Der Name dieser Häuser 
auch im Westen Berlins bekannt. Es geht von ihnen der Rei 
des Zufälligen, der Gelegenheit aus, auf den die Frauen reagi“ 
ren, der sie neugierig und gespannt macht, auch wenn es sic 
um nichts andres handelt, als ein halbes Dutzend Tasche: 
tücher einzukaufen oder ein Paar warme Handschuhe. 
Ja, sonst gibt es in diesen Straßen auch recht langweilis 
Geschäfte mit leblosen Auslagen, die nichts weiter suggeriere' 
als einen Austausch von Ware und Geld. Wir werden er‘ 
wieder wach vor der strahlenden Helle des Riesenkomplex“ 
Warenhaus. Ist es auch nicht so gedrängt, so nachlässi 
künstlerisch, so listig üppig hier wie an dem Ort, den W 
verlassen haben, so genießen wir doch vor diesem geordnet‘ 
Reichtum an Waren aller Art die Vielfalt, vor der uns“ 
Bedürfnisse, die uns eben noch so erheblich erschiene' 
plötzlich Liliputmaß annehmen. Aber uns kann geholfe 
werden. Die Verkäufer und Verkäuferinnen haben d 
‚Dienst am Kunden‘ von Grund auf studiert. Die große 
Kaufhausfirmen haben Schulen ins Leben gerufen, in derp' 
Lehrer, die an: Handelshochschulen vorgebildet sind, d' 
jungen Mädchen Anschauungsunterricht über die Behar 
lung der Ware und der Kunden geben, Wir ahnen gar nic} 
was für geschulten Künstlerinnen des Verkaufs und 
richtigen Suggestion wir gegenüberstehn, wenn uns 
Von der Mode
	        
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