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Etwas von der Arbeit

Full text: Spazieren in Berlin / Hessel, Franz (Public Domain)

ETWAS VON DER ARBEIT 
Sicherlich ist in andern Städten der Lebensgenuß, das Ver- 
gnügen, die Zerstreuung bemerkenswerter. Dort verstehn es 
vielleicht die Leute, sich sowohl ursprünglicher als auch ge- 
pflegter zu unterhalten. Ihre Freuden sind sichtbarer und 
schöner, Dafür hat aber Berlin seine besondere und sichtbare 
Schönheit, wenn und wo es arbeitet. In seinen Tempeln der 
Maschine muß man es aufsuchen, in seinen Kirchen der 
Präzision, Es gibt kein schöneres Gebäude als die monu- 
mentale Halle aus Glas und Eisenbeton, die Peter Behrens 
für die Turbinenfabrik in der Huttenstraße geschaffen hat. 
Und von keiner Domempore gibt es ein eindrucksvolleres 
Bild als, was man von der Randgalerie dieser Halle sieht, 
in der Augenhöhe des Mannes, dessen Luftsitz mit Kranen 
wandert, welche schwere Eisenlasten packen und transpor- 
tieren, Auch ehe man versteht, in welcher Art die metal- 
lenen. Ungeheuer, die da unten lagern, zur Bereitung ähn- 
licher und: andersartiger Ungeheuer dienen, ist man von 
ihrem bloßen Anblick ergriffen: Gußstücke und Gehäuse, 
noch unbearbeitete Zahnkranztrommeln und Radwellen, 
Pumpen und Generatoren halb vollendet, Bohrwerke und 
Zahnradbetriebe fertig zum Einbau, riesige und zwergige 
Maschinen auf dem Prüfstand, Teile von Turbogeneratoren 
in der betonierten Schleudergrube. 
Während wir in dieser Halle mehr bestaunen als begreifen, 
wird uns in den kleineren Werkstätten manches zugäng- 
licher, Wir sehen, wie Nickelstahl in Stangenform auf der
	        
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