Path:

Full text: Berlin / Scheffler, Karl (Public Domain)

hunderts wird gut dargestellt durch schöne, schnell und frei 
hingeschriebene Skizzen von Tiepolo, durch ein paar gute 
Landschaften von Canaletto und Belotto und durch viele 
vortrefflich gewählte Landschaften von Guardi. 
Die italienische Plastik verträgt bei der Neuordnung eine 
energische Auswahl. Bisher war so viel aufgehäuft, war so viel 
zu sehen, daß der Besucher kaum zum ruhigen Anschauen kam. 
Besonders viel und vielerlei ist an italienischen Kleinplastiken 
erworben worden. Es war ein Lieblingsgebiet Bodes, weil er 
diese Kunstart der Renaissance recht eigentlich erst entdeckt 
hatte, Besonders eindrucksvoll sind in der Überfülle die Ar- 
beiten Donatellos, die Porträtbüsten Mino da Fiesoles, Desi- 
derio da Settignanos, Antonio Rossellinos und die Madon- 
nenreliefs von Jacopo Sansovino. Die farbig glasierten Bild- 
werke der Robbia erscheinen jetzt — vor der Neuordnung — 
etwas zu zahlreich; die kunstgewerbliche Note darin recht- 
fertigt nicht die starke Betonung. Vielleicht ist der richtige 
Platz für diese an sich schönen und aufschlußreichen Arbeiten 
in der Abgußsammlung. Unter den Bildwerken des italienischen 
Barock verdient der früher dem Michelangelo zugeschriebene 
Johannes ein aufmerksames Studium. Unter den Plastiken 
dieser Abteilung steht auch die bemalte wächserne „Flora“, 
um die kurz vor dem Krieg so heftig gestritten wurde. Zuerst 
wurde sie Lionardo da Vinci zugeschrieben, jetzt spricht man 
vom „Kreis‘“ des Lionardo. Hoffentlich verschwindet die Büste 
bei der Neuordnung; denn sie hat sicher nichts mit italienischer 
Plastik zu tun. 
Die Kunst des neunzehnten Jahrhunderts ist in Berlin, vor allem 
von Hugo von Tschudi, so gut gesammelt worden, daß die 
21
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.