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Full text: Berlin / Scheffler, Karl (Public Domain)

das Figürliche ist ohne viel Empfindung behandelt. Wie denn 
überhaupt in den griechischen Grabskulpturen der Sammlung 
das Handwerksmäßige vorherrscht. Verwirrend ist, daß zwi- 
schen den griechischen Originalen viele römische Kopien 
stehen. Sogar solche in Marmor nach Bronzevorbildern. Es 
sind darunter freilich so schöne Arbeiten wie die Reliefs der 
Tänzerinnen aus dem fünften Jahrhundert, die reizende „Mä- 
nade‘“ aus dem dritten Jahrhundert und der ergänzte „Dorn- 
auszieher‘“ ;im ganzen möchte man sie dennoch entbehren. Unter 
den Originalen spricht stark an der Kopf einer Magd von einem 
Grabstein des vierten Jahrhunderts, ein Frauenkopf des dritten 
Jahrhunderts (Nr. 617) und der lebendig naturalistische „Ana- 
kreon‘““ aus dem fünften Jahrhundert. Die Bildnisbüsten 413, 
414 und 415, Werke aus dem zweiten Jahrhundert nach Christi, 
zeigen anschaulich, woher die Renaissancebildner sich Anre- 
gungen geholt haben und welches auch die Vorbilder waren, 
wonach im neunzehnten Jahrhundert Chr. Rauch arbeitete. Zu 
den guten, zeitlosen Arbeiten gehört ein Negerkopf. Dagegen 
erscheint das „römische Mädchen‘ aus dem zweiten Jahr- 
hundert nach Christi schon ganz genrehaft. 
Das Antiquarium ist überreich an Schönem und Bedeutendem. 
Es kommt hinzu, daß die Kunstwerke dort in Vitrinen und in 
geschmackvoll hergerichteten Räumen ausgezeichnet. aufge- 
Stellt sind. Ein ganzer Saal ist mit zum Teil prachtvoll gearbei- 
teten antiken Helmen gefüllt, Von größeren Plastiken sieht man 
den schönen Bronzeknaben aus Eleusis (Ende des fünften Jahr- 
hunderts) und den berühmten (ergänzten) „Betenden Knaben“, 
der aber etwas leer wirkt. Unter den Kleinbronzen ist die 
»Adorantin“ ein Werk von hoher Qualität, Prachtvoll sind die 
umfangreichen Sammlungen der Terrakottastatuetten, die man 
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