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Full text: Berlin / Scheffler, Karl (Public Domain)

lioni, den. jungen Bismarck, die Fürstin Liegnitz, Rauch, 
Schadow, Schinkel, Rellstab, Stüler, Cornelius, Tieck, Graf 
Redern, Schloßbeamte, Pferdejungen, Jockeys, junge Mädchen 
mit Schutenhüten, Krinolinen, großen Schleifen und Ringel- 
locken, Männer mit Vatermördern, Schniepelröcken und Zy- 
lindern, alte Damen mit Rüschenkleidern, Spreewäldlerinnen, 
Jagdgesellschaften, Bauern und so viele Pferde, daß der Künst- 
ler schließlich den Namen „Pferdekrüger‘“ erhielt. Darunter 
sind unendlich viele kleine Meisterwerke. Nichts ist flüchtig, 
nichts gewissenlos. Krüger war menschlich zu jovial, um im 
tieferen Sinne ergründend sein zu können; doch rettete ihn 
stets die Natur vor Ausdruckslosigkeit. Eine typische Berliner 
Erscheinung, der dem König die neuesten Stadtwitze beizu- 
bringen wußte; ein ungemein begabter Auftragskünstler, der 
aber eigentlich keine rechte Entwicklung haben konnte. Das 
Letzte bleibt ungesagt, doch ‚stimmt immer alles; Krügers 
Kunst ist nie tief, aber auch nie oberflächlich, sie will nicht viel, 
doch gibt sie mehr als sie will: sie ist mit sich selbst ganz in 
Übereinstimmung. So repräsentiert dieser Maler und Zeichner 
die Berliner Kunst zwischen Schadow und Menzel als ein lokaler 
Meister, dessen beste Arbeiten heute in ganz Europa verstanden 
und geschätzt werden. 
Neben ihm wirkten viele Maler, die nicht so produktiv und be- 
gabt, aberebenso redlichim Handwerklichen waren. Eduard Gärt- 
ner war ein Spezialist der Architekturmalerei, ein getreuer Dar- 
steller Berliner Stadtbilder und Stadtlandschaften, mit der Fähig- 
keit, diesen Stadtporträts, wie man sagen könnte, einen schönen 
Gesamtton zu verleihen. Seine Bilder des Berliner Schloß- 
hofes, der alten Gertraudenkirche usw. gehören zum besten, was 
in dieser Art im neunzehnten Jahrhundert gemalt worden ist. 
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