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Full text: Fachbrief Latein (Rights reserved) Ausgabe 11.2013 (Rights reserved)

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Fachbrief Nr.11 Latein Fachbrief Nr. 9 Altgriechisch Themen 1. Veränderungen im Zentralabitur 2015 2. Schwerpunktthemen im Zentralabitur 2014 und 2015 3. Gebrauch von Hilfsmitteln (Wörterbücher, Grammatiken) in Klassenarbeiten und Klausuren - ergänzende Hinweise Autoren dieses Fachbriefs und Ansprechpartner bei der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Jürgen Reinsbach (Latein) (juergen.reinsbach@senbwf.berlin.de) Reinhard Pohlke (Altgriechisch) Fachbrief Nr. 11 (Latein) und Nr. 9 (Griechisch) Mai 2013 Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, zwei Schwerpunkte weist der heutige Fachbrief auf. Zum einen erläutert er die Veränderungen im schriftlichen Abitur, die sich aus der Abschaffung der Vorauswahl und des Zusammenstellens der Aufgabenvorschläge durch die Kursleiter und Kursleiterinnen ergeben. Diese Änderungen waren bereits in den „Hinweisen zur Vorbereitung auf die schriftliche Abiturprüfung 2015“ (Verwaltungsvorschrift Schule Nr. 6/2013) enthalten. Ergänzend hierzu werden die Fachanlagen der Alten Sprachen in der AV Prüfungen rechtzeitig geändert. Der andere Schwerpunkt unseres Fachbriefs geht auf Nachfragen zurück, die wir von Kollegen und Kolleginnen erhalten haben. Sie haben nähere Ausführungen zu Punkt 3 auf der Seite 3 des vorigen Fachbriefs erbeten, nämlich die Frage der Hilfsmittel in schriftlichen Leistungsüberprüfungen. Wir möchten Ihnen daher ergänzende Hinweise und Anregungen zu einem möglichen Einsatz beispielsweise von Grammatiken in Klassenarbeiten und Klausuren geben. Allen Kollegen und Kolleginnen wünschen wir auch weiterhin ein erfolgreiches Schuljahr, vor allem aber Prüfenden wie Prüflingen im diesjährigen Abitur viel Erfolg. Jürgen Reinsbach Reinhard Pohlke 1. Zentralabitur Latein und Altgriechisch des Schuljahres 2014/2015 – Bei der Konzeption des Zentralabiturs wurde zunächst in mehreren Fächern eine Vorauswahl der Aufgabenvorschläge durch die Kursleiter/innen vorgesehen, wie dies auch jetzt bei den neuen Zentralabiturfächern Erdkunde und Biologie der Fall ist. In den modernen Fremdsprachen wurde diese Vorauswahl bereits vor zwei Jahren dahingehend verändert, dass nun alle drei Vorschläge den Prüflingen zur Auswahl vorgelegt werden. Diese Veränderung hat den Vorteil, dass die Prüflinge entscheiden können, welche Aufgaben für sie geeignet sind. Diese Umstellung wurde auch von den Unterrichtenden mehrheitlich begrüßt. In den Alten Sprachen ist eine solche Regelung - die Vorauswahl der Kursleiter/-innen durch eine erweiterte Auswahlmöglichkeit seitens der Prüflinge zu ersetzen - nicht ohne grundsätzliche Veränderungen möglich. Zum einen soll im Bereich der Übersetzungen die Fokussierung auf die wichtigsten Autoren, denen die Übersetzungstexte entnommen werden, erhalten bleiben. Zum anderen müssen die Schwerpunktthemen alle vier Kurshalbjahre abdecken. Nach gründlicher Überlegung wurde nun, um die Vorauswahl der Lehrenden auch in unseren beiden Fächern aufheben zu können, die folgende Lösung gefunden: 1. Die Prüflinge erhalten auch zukünftig zwei Aufgabenvorschläge. 2. Diese bestehen aus zwei Übersetzungs- und zwei Interpretationsteilen (Teil A Übersetzung, Teil B Interpretation, letztere wie bisher auf der Grundlage eines zweisprachig gegebenen Textes), aus denen jeweils ein Vorschlag ausgewählt wird. Jeder der vier Teilvorschläge ist einem anderen Kurshalbjahr zugeordnet, so dass bei der Kombination automatisch zwei unterschiedliche Kurshalbjahre abgedeckt werden. 3. Die Prüflinge wählen einen der beiden Übersetzungstexte aus und kombinieren ihn mit einer der beiden Interpretationsaufgaben zu einem vollständigen Aufgabenvorschlag (Auswahlzeit wie bisher 30 Minuten). 4. Als Zentralautoren kommen zukünftig in Latein nur noch Cicero, Caesar und Sallust vor, in Griechisch sind es Platon, Xenophon, Homer und Thukydides. 5. Dichterische Texte - insbesondere Ovid, doch ebenfalls weitere Autoren - werden wie schon bisher im Interpretationsteil vorkommen. Die bisherigen Zentralautoren des 3. 2 Fachbrief Nr. 11 (Latein) und Nr. 9 (Griechisch) Mai 2013 Kurshalbjahres (in Latein Ovid resp. im Leistungskurs zusätzlich Vergil, in Altgriechisch Herodot und im Leistungskurs Tragödientexte) werden zukünftig nur noch im B-Teil vorkommen. 6. Dabei wird in Zukunft einer der beiden Aufgabenvorschläge des B-Teils (Interpretation) zwingend dem dritten Kurshalbjahr zugeordnet (jedenfalls in Latein und im Leistungskurs Altgriechisch); dichterische Texte werden folglich in diesem Bereich aufgewertet. Ein bewährtes Verfahren sollte nur geändert werden, wenn es sich lohnt. Wir versprechen uns von dem nun vorgeschlagenen Verfahren, dass es sich für die Prüflinge als günstig und praktikabel erweist und dass es zugleich für die Lehrenden eine Erleichterung darstellt. In der Tat war die bisherige Vorauswahl durch die Unterrichtenden ein aufwändiges und sehr verantwortungsvolles Verfahren. In Zukunft werden die Lehrenden sich auch weiterhin am Morgen der Abiturprüfungen mit den Aufgabenvorschlägen intensiv zu beschäftigen haben, da sie ja die Übersetzungstexte zu Beginn der Prüfung korrekt vorlesen müssen. Das Zusammenstellen der beiden Aufgabenvorschläge jedoch entfällt. Die Prüflinge haben den nicht gering zu veranschlagenden Vorteil, dass sie es in Zukunft sein werden, die – ähnlich wie in den modernen Fremdsprachen – ihre Prüfungsaufgabe nicht nur auswählen, sondern sogar selbst zusammenstellen. Da nur noch zwei Aufgaben zu Teil B (Interpretation) zur Wahl vorgelegt werden, ist in Zukunft vorgesehen, in den Aufgabenstellungen dieses Teils (unter Berücksichtigung der jeweiligen Schwerpunktthemen, aber auch ggf. unter Einbindung von Bezügen zu anderen Kurshalbjahren) weitere Wahlmöglichkeiten vorzusehen – auch hierin analog zu den Aufgaben in den modernen Fremdsprachen, bei denen dem Prüfling in der Regel im dritten Teil, teilweise aber auch im zweiten, analytischen Teil der Aufgabenstellungen eine Wahlmöglichkeit eingeräumt wird. Für die Vorbereitung der Schüler und Schülerinnen auf das Zentralabitur 2015 bedeutet dies nach wie vor, dass auch die Klausuren der Kursphase zumindest ab und an Auswahlmöglichkeiten bieten sollten. Auch muss Interpretieren auf der Grundlage eines zweisprachig vorgelegten Textes immer wieder geübt werden. Trainiert werden muss unbedingt, nach welchen Kriterien die Prüflinge in spe ihre Auswahl möglichst effizient treffen können. Darüber hinaus ist es unverzichtbar, dass in den Bereichen Sprache, Text und Kultur - wie von den EPA gefordert und in den Berliner Rahmenlehrplänen und Prüfungsvorschriften festgelegt im Verlauf der vier Kurshalbjahre die in den Abschlussstandards beschriebenen Kompetenzen erworben werden können. Dazu gehört auch, dass zu den grundlegenden Autoren der lateinischen resp. altgriechischen Sprache literarhistorische Basiskenntnisse vorausgesetzt werden können – also u. a. auch zu Seneca, Plinius, Vergil bzw. Hesiod, Herodot und den klassischen Autoren zur griechischen Philosophie. 2. Schwerpunkte im Zentralabitur des Schuljahres 2014/2015 (Abitur 2015) Die in den Vorgaben für das Zentralabitur genannten Schwerpunkte für die Interpretationsaufgaben lauten: Im Fach Latein (in Grund- und Leistungskursen) 1. 2. 3. 4. Römische Gesellschafts- und Sozialstrukturen Von der Republik zum Prinzipat Liebesbeziehungen in dichterischer Gestaltung Glückskonzepte und Lebensbewältigung in der römischen Philosophie 3 Fachbrief Nr. 11 (Latein) und Nr. 9 (Griechisch) Mai 2013 Im Fach Altgriechisch (in Grund- und Leistungskursen gleich; Ausnahme: das dritte Kurshalbjahr) 1. Sokrates und die Rhetorik 2. Führungspersönlichkeiten bei Homer 3. Frauen in der griechischen Tragödie (Leistungskurs) bzw. Die Demokratie im Urteil antiker Autoren (Grundkurs) 4. Erziehung und Erkenntnis 3. Hilfsmittelgebrauch Im letzen Fachbrief wurde über die Möglichkeit einer bewussten Verwendung von Hilfsmitteln wie Grammatik und Formentabellen – und dies nicht nur im Unterricht, sondern auch in Klassenarbeiten – gesprochen. Diese Anregung hat inzwischen zu einer regen Diskussion in den Fachbereichen über das Thema geführt und ebenso zustimmende wie skeptische Rückmeldungen an die Fachaufsichten hervorgerufen. Um den Gedankenaustausch fortzuführen und zu unterstützen, möchten wir hier einige Punkte nennen, die uns in diesem Zusammenhang zur Vermeidung von Missverständnissen bedeutsam erscheinen: a. Der Hilfsmittelgebrauch kann und darf den Erwerb elementarer morphologisch-syntaktischer Kenntnisse keinesfalls ersetzen. Er soll ihn vielmehr unterstützen, indem er - zur bewussten und häufigeren selbstständigen Nutzung dieser Hilfsmittel (auch zu Hause) beiträgt, - einen besseren Überblick über die vielfältigen sprachlichen Phänomene und ihre Systematik (im Sinne eines „advanced organizers“ verschafft (wie auch im Rahmenlehrplan der Sekundarstufe I gefordert), - einen problemlösenden Umgang mit denjenigen Phänomenen ermöglicht, die im Unterricht nicht oder nicht vertieft behandelt werden können, und somit - zur vermehrten Erfolgserlebnissen beitragen und für die alten Sprachen motivierend wirken kann. b. Durch die zahlreichen "grammatischen Erweiterungen", die viele Lexika inzwischen aufweisen (z. B. Formentabellen oder Stammformenlisten), stehen schon jetzt grammatische Hilfsmittel faktisch parallel zum Lexikon zur Verfügung. Entsprechend sollten analog zum Lexikon die grammatischen Hilfsmittel oder Grammatiken nicht in der eigentlichen Spracherwerbsphase sondern analog zum Lexikon an deren Abschluss eingeführt und erschlossen werden. Das bedeutet auch, dass sie - nicht in jeder Klassenarbeit zum Einsatz kommen müssen - nicht Verwendung finden sollten, solange noch das Beherrschen bestimmter Formen überprüft werden soll, sondern z. B. - wenn der Schwerpunkt einer Klassenarbeit auf der Übersetzung und auf inhaltlichen Fragen liegt oder - wenn der Umgang mit komplexen syntaktischen Phänomenen geübt werden soll, etwa mit spezifischen Aufgaben zu Modus- oder Kasusfunktionen. c. Zu empfehlen ist die Verwendung genau der Materialien, an die die Schülerinnen und Schüler von Beginn des Spracherwerbs an gewöhnt sind, ggf. sogar von individuellen Regelheften oder selbst erstellten Übersichten. In der Oberstufe erweisen sich jedoch eher kurzgefasste Formen- und Funktionsübersichten oder Stammformenlisten als nützlich. 4 Fachbrief Nr. 11 (Latein) und Nr. 9 (Griechisch) Mai 2013 Hinweise Ausschreibung des „Liselotte-Richter-Preises“ 2013 Die Leibniz-Edition Potsdam der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften schreibt unter den Oberstufen der Gymnasien, den Gesamtschulen mit gymnasialen Oberstufen und Oberstufenzentren in Berlin und Brandenburg den „Liselotte-Richter-Preis“ aus. Es wird ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 1.000 A ausgelobt. Ziel des Wettbewerbs ist es, - Oberstufenschüler und Oberstufenschülerinnen für diesen Bereich geisteswissenschaftlichen Arbeitens zu interessieren, - praktische Erfahrungen im Zusammenwirken mehrerer Disziplinen (z. B. Französisch und Geschichte oder Latein und Politik) zu ermöglichen, - allgemein Freude am Umgang mit Texten zu wecken. Es ist daran gedacht, dass sich zwei oder mehrere Schüler und Schülerinnen zusammentun, um die gestellte Aufgabe auszuführen. Bei dem Wettbewerb geht es um die historisch-kritische Edition einer Handschrift von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716). Ein lateinischer oder ein französischer Text von wenigen Seiten (oder zumindest ein Teil des jeweiligen Textes) soll entsprechend den Regeln der LeibnizAkademieausgabe aus der Handschrift transkribiert sowie mit einem Text- und Sachkommentar versehen werden. Eine Unterstützung durch die Mitarbeiter der Leibniz-Edition Potsdam ist möglich. (Ansprechpartner: Prof. Dr. Wenchao Li, Tel.: 0331-2796123; email: li@bbaw.de) Der Wettbewerb 2013 startet im April und läuft bis zum 10. September (Einsendeschluss). Die Preisverleihung wird am 29. November 2013 auf dem Einsteintag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Potsdam vorgenommen werden. Nähere Informationen: http://leibniz-potsdam.bbaw.de Meldungen oder Anfragen erbeten an: li@bbaw.de 5
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