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Full text: Fachbrief Latein (Rights reserved) Ausgabe 6.2007 (Rights reserved)

Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung November 2007 Fachbrief Nr.6 Latein Fachbrief Nr.4 Griechisch Themen: Zentralabitur 2007 : Auswertung Zentralabitur 2008 und 2009 : Hinweise Ihre Ansprechpartner bei der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung: Jürgen Reinsbach (Juergen.Reinsbach@senbwf.verwalt-berlin.de) Reinhard Pohlke (Reinhard.Pohlke@senbewf.verwalt-berlin.de) Fachbrief Nr. 5 Latein und Griechisch November 2007 Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, in den Alten Sprachen wurden die Aufgaben der schriftlichen Prüfungen im Abitur des Schuljahres 2006/2007 wie in allen Fremdsprachen zentral gestellt. Das neue Verfahren ging in den Fächern Latein und Griechisch zudem mit veränderten Aufgabenformaten einher und wurde daher von allen Beteiligten mit Spannung erwartet. Über eine rein statistische Auswertung hinaus schien uns deshalb für die Alten Sprachen auch eine fachspezifische Auswertung der Ergebnisse sinnvoll. Der Fragebogen, in dem wir Sie darum gebeten hatten, uns auf freiwilliger Basis Ihre Einschätzung zu übermitteln, wurde bis Mitte September erfreulich oft zur Rückmeldung genutzt. Auf diese Weise verfügt das mit der Erarbeitung der Aufgabenvorschläge betraute Team (wie zuvor schon bei der Auswertung des Probeabiturs) nun auch zum ersten „richtigen“ Durchgang über wichtige Hinweise und Anregungen. Wir danken allen Kolleginnen und Kollegen, die sich die Zeit genommen haben, uns ihre Rückmeldungen zu übermitteln. An dieser Stelle sei aber zugleich den beiden Entwicklerteams für ihre anspruchsvolle Arbeit gedankt. Uns ist bewusst, dass die Veränderungen der letzten Jahre für alle Beteiligten zeit- und arbeitsintensiv waren. Neuerungen verlangen Umdenken und Flexibilität; sie sind außerdem nicht per se dem status quo ante überlegen. Veränderungen müssen sich vielmehr daran messen lassen, ob sie dem Anspruch gerecht werden, mit dem sie angetreten sind. Es ist daher nicht trivial, wenn Ihre Rückmeldungen belegen, dass das Zentralabitur für die Alten Sprachen insgesamt einen Fortschritt darstellt. Die Vorteile des neuen Verfahrens überwiegen. Nicht eine einzige Stimme plädiert dafür, zu den „alten“ Aufgabenformaten bzw. den dezentralen Aufgabenstellungen zurückzukehren, obwohl das bisherige Verfahren unstrittig auch positive Seiten hatte. Im Folgenden seien zunächst die Ergebnisse dargestellt, die auf beide Alten Sprachen zutreffen. Im Anschluss werden die jeweils für Latein oder Griechisch bedeutsamen Aspekte angesprochen. Gemeinsame Ergebnisse für die beiden Alten Sprachen Die Durchführung der schriftlichen Prüfungen selbst verlief sowohl in Latein wie auch in Griechisch reibungslos und ohne größere Schwierigkeiten. Von individuellen Bedenken und Anregungen einmal abgesehen, war die Zahl der Rückmeldungen - im Fach Griechisch recht klein, im Fach Latein umfangreicher - im Tenor grundsätzlich positiv. Von ihrem Anforderungsniveau her wurden die Aufgabenvorschläge durchweg als angemessen empfunden. Die Erwartungshorizonte zum Interpretationsteil sind aus Sicht der Kolleginnen und Kollegen zutreffend formuliert worden. Im Hinblick auf das Anspruchsniveau der zu erwartenden Leistungen wurden allerdings Bedenken geäußert; einzelne der vier Übersetzungs- bzw. Interpretationsteile wurden als leichter empfunden als andere. Generell wurden die Aufgaben im Fach Griechisch im Vergleich zu denjenigen des Faches Latein als anspruchsvoller empfunden. Wir werden darauf zu achten haben, dass die Anforderungen in den beiden Alten Sprachen nicht zu sehr divergieren. 2 Fachbrief Nr. 5 Latein und Griechisch November 2007 Das Zentralabitur im Fach Griechisch Bei den griechischen Übersetzungsaufgaben konnten Schwankungen im Schwierigkeitsgrad nicht ganz vermieden werden, doch wurden diese durch die eigene Auswahl aufgefangen, so dass die letztlich ausgewählten Vorschläge zumeist angemessen bewältigt werden konnten. Dazu trug auch die Anzahl der Übersetzungshilfen bei, deren Zahl weiterhin an die Schwierigkeit des jeweiligen Vorschlags angepasst sein wird. Was die Hilfen im Detail betrifft, wird eine exakte Passgenauigkeit mit den individuellen Bedürfnissen aller Lerngruppen leider nicht zu erreichen sein; wichtige Stammformen z.B. werden auch in Zukunft grundsätzlich vorausgesetzt und daher nicht unbedingt in den Hilfen angegeben. Eine gewisse Belastung für die Prüflinge stellte natürlich außerdem der im Vergleich zu den Semesterklausuren beträchtliche Textumfang dar; um die Schülerinnen und Schüler daran zu gewöhnen, sind – trotz des erhöhten Aufwands – vorangehende Übungsoder Semesterklausuren in Abiturlänge sehr zu empfehlen. Die Interpretationsaufgabe wurde überwiegend als gelungen bewertet, offene und kreative Fragen (wie z.B. nach der möglichen Fortsetzung einer Tragödienhandlung) fanden besonderen Zuspruch. Jedoch wurde der Interpretationsteil insgesamt als recht umfangreich empfunden; da stets ein Bezug zum griechischen Original hergestellt werden soll, wird auch für das Zitieren aus dem Griechischen viel Zeit benötigt. Hier wird darauf geachtet werden müssen, dass eine Überlastung der Prüflinge vermieden wird und auch die Vergleichbarkeit mit dem Lateinischen in Umfang und Anspruch der Aufgaben gewährleistet bleibt. Das Zentralabitur im Fach Latein Die Lage im Fach Latein stellt sich ähnlich dar wie im Fach Griechisch. Abgesehen von einer einzelnen längeren Stellungnahme, die der Fachaufsicht nicht direkt übermittelt wurde, sondern Heft 23/2007 von „Latein und Griechisch in Berlin“ zu entnehmen war, sind auf den Rückmeldebogen vereinzelte Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge geäußert worden. Mehrfach wurde angeregt, dass die Texte, die als Grundlage und Ausgangspunkt für die Interpretationsaufgabe dienen, zukünftig von geringerem Umfang sein sollten als bisher. Die Interpretationsaufgaben sollen noch eindeutiger und durchgängig so gestaltet werden, dass sie nur vom lateinischen Originaltext ausgehend mit Erfolg zu bearbeiten sind. Was die Vergleichbarkeit der einzelnen Aufgabenvorschläge vom Anspruchsniveau her betrifft (s.o.), muss dies gewiss das Ziel der Aufgabenkonstruktion sein. Es kann jedoch immer nur annäherungsweise gelingen – schon deshalb, weil die konkrete Vorbereitung auf die Prüfungen nicht normierbar ist. Es ist in der Tat nur annäherungsweise möglich, vier Vorschläge von gleichem Schwierigkeitsgrad zu erstellen. Was für den einen Prüfling leicht zu sein scheint, kann für den anderen eine Hürde darstellen, die er in Folge seiner individuellen Vorbereitung auf das Abitur nicht zu meistern in der Lage ist. Nicht zuletzt deshalb ist die Möglichkeit der kursbezogenen Vorauswahl durch den Lehrenden von Vorteil. Andererseits wird gerade diese Vorauswahl von einigen Kolleginnen und Kollegen auch als belastend empfunden. 3 Fachbrief Nr. 5 Latein und Griechisch November 2007 Kontrovers wurden Aufgaben beurteilt, die vom traditionellen Fragekanon in Richtung auf aktuellere Inhalte abweichen (z.B. die vergleichende Auswertung eines Comics). Hier zeigen sich unterschiedliche Erwartungen und Einstellungen zum Fach. Hinweise zum Zentralabitur 2008 und 2009 - Latein und Griechisch Eine Kollision der Vorschläge zur Übersetzungsaufgabe mit zuvor gestellten Klausuren hat es bisher im Fach Griechisch nicht gegeben; sie kam in Latein in einem einzigen Fall vor. Dennoch sollte bei der Auswahl spätestens am Morgen der Prüfung (vor allem für den Fall, dass nicht der Fachlehrer, sondern eine Vertretung die Auswahl vornehmen muss) eine Liste der Textstellen vorliegen, die bereits als Klausur verwendet worden waren, damit die unzulässige Auswahl von bereits in Klausuren bearbeiteten Texten vermieden wird. Während der zentralen Prüfung sind weitere Hilfen zur Übersetzungsaufgabe (etwa Vokabelangaben oder Konstruktionshilfen) nicht zulässig. Allerdings können missverständliche oder gar fehlerhafte Angaben erläutert, modifiziert oder ergänzt werden dies jedoch bitte stets in Absprache mit der am Prüfungstag erreichbaren Fachaufsicht, die durch diese Anfragen ggf. auch für alle problemlösend tätig werden kann, z.B. mit einer kurzfristigen Nachricht an alle Schulen mit Änderungshinweisen oder notwendigen Hilfen. Für die Interpretationsaufgabe soll hier noch einmal betont werden, dass in den zweisprachigen Textvorlagen im Interpretationsteil durchaus mit sehr unterschiedlichen Autoren gerechnet werden muss. Daher müssen die Schülerinnen und Schüler mit weitem Blick auf die Themen des jeweiligen Semesters – nicht mit traditioneller "Autorenlektüre" auf nur einen speziellen Autor – vorbereitet werden. Der Erwartungshorizont ist, gerade wenn er (v.a. in Griechisch) bisweilen sehr ausführlich geraten ist, nicht als Auflistung von Aspekten gedacht, die vollständig genannt werden müssen. Vielmehr ist er als Hilfestellung und als Vorschlag möglicher Gesichtspunkte aufzufassen. Natürlich können und sollen auch Punkte für andere Ausführungen vergeben werden, die von den Schülern aufgrund des tatsächlichen Unterrichts erbracht worden sind. Eher offene als enge Fragestellungen werden diese Möglichkeit in Zukunft noch weiter unterstützen. Da die bisherige Praxis, keine Pflichtthemen zu benennen, mehrheitlich als zu vage angesehen wurde, sind für das Zentralabitur des Jahres 2009 für den Interpretationsteil Pflichtthemen festgelegt worden, die eine gezieltere Vorbereitung ermöglichen sollen. Selbstverständlich können diese nicht so speziell sein, dass sie die Bandbreite der Aufgabenstellungen massiv einschränken. Unseres Erachtens stellen diese Pflichtthemen einen vertretbaren und sinnvollen Kompromiss dar. Als Konsequenz daraus ergibt es sich jedoch, dass die inhaltliche Gestaltung der vier Kurshalbjahre diese Schwerpunkte jeweils berücksichtigen muss. Es kann – um ein Beispiel zu geben – im zweiten Kurshalbjahr nicht mehr ausschließlich das Unterthema „Römer und Germanen“ behandelt werden, wenn das diesbezügliche Pflichtthema „Ausgehende Römische Republik“ sich mit diesem Schwerpunkt nicht hinreichend erarbeiten lässt. Latein: Auf Grund mehrerer Nachfragen sei erneut darauf hingewiesen, dass Seneca nicht Zentralautor im Zentralabitur ist, d.h. es wird kein Seneca-Text im Übersetzungsteil 4 Fachbrief Nr. 5 Latein und Griechisch November 2007 vorgelegt. Zwar wird dieser Autor im Rahmenlehrplan (Kerncurriculum) angeführt, weil er in Mecklenburg-Vorpommern zu den Zentralautoren zählt, in den Berliner Fachanlagen zu den AV Prüfungen und in den „Vorgaben“ wird er jedoch nicht genannt. Im Interpretationsteil kann Seneca dagegen sehr wohl vorkommen. Für das Zentralabitur des Jahres 2008 wird in den fachspezifischen Anlagen zum Rundschreiben I/2007 (Vorgaben zum Zentralabitur 2009) Vergil als Zentralautor sowohl für den Grundkurs als auch für den Leistungskurs genannt. Dies ist ein Versehen. Wie aus der Fachanlage Latein zu den AV Prüfungen ersichtlich, ist Vergil nach wie vor nur im Leistungskurs als Zentralautor möglich. Die Termine für das Zentralabitur 2008 sind: Leistungskurs Latein: 7.5.08 (Nachschreibtermin: 6.6.) Grundkurs Latein: 5.5.08 (Nachschreibtermin: 2.6.) Leistungskurs Griechisch: 28.4.08 (Nachschreibtermin: 13.6.) Grundkurs Griechisch: 5.5.08 (Nachschreibtermin: 2.6.) Für das Abitur 2009 sei hier an die Pflichtthemen erinnert, die dann den Schwerpunkt der Interpretationsaufgaben bilden werden. Diese sind für das Fach Griechisch: 1. Kurshalbjahr: Sokrates und sein Neuansatz in der Philosophie 2. Kurshalbjahr: Die Rolle der Götter bei Homer 3. Kurshalbjahr: (GK) Der gerechte Staat bei Platon (LK) Der thebanische Sagenkreis 4. Kurshalbjahr: Das Handeln der Mächtigen und die Legitimation von Macht Für das Fach Latein lauten die Pflichtthemen : 1. 2. 3. 4. Kurshalbjahr: Kurshalbjahr: Kurshalbjahr: Kurshalbjahr: Männer und Frauen in der römischen Gesellschaft Von der Republik zum Prinzipat Menschliches Schicksal im Mythos Praktische Philosophie bei den Römern Wir wünschen Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Vorbereitung auf das Zentralabitur – und darüber hinaus, dass uns allen die Begeisterungsfähigkeit für unsere Fächer erhalten bleibt. Mit freundlichen Grüßen Jürgen Reinsbach Reinhard Pohlke 5
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