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Full text: Berlin / Lindenberg, Paul (Public Domain) Ausgabe Bdch 6 Die weitere Umgebung Berlins : Potsdam und der Spreewald (Public Domain)

Die weitere Umgebung Berlins. 
Der erste Eindruck des Vestibüls ist ein überwältigend schöner: 
die hoheitsvolle, aus schlesischem Marmor gefertigte Treppe 
mit ihren zwei breiten Aufgängen, dic itzernden Wandflächen, 
das gewaltige Hauptgesims mit seinen Marmorhermen und 
Kolossalgruppen, die hochgewölbte Kuppeldecke mit Antoine 
Pesues farbenfrohem Gemälde „Minerva, Neid und Zwie— 
tracht vor der einherziehenden Friedensgöttin vernichtend,“ 
wirken in unvbertrefflich harmonischer Weise zusammen. Durch 
die Morworaolerie, deren Gesims jonische, aus grünem Mar— 
mor gef Eckpilaster mit vergoldeten Schäften und Ka— 
pitälen tr22gelangen wir in die Gemächer Friedrichs des 
Großen. nächst treten wir in den mit in Blau und Gold 
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mälden von Matteau, Lancret und Pesne einen besonderen 
Schmuck durch vielfache Proben der ersten Berliner Porzellan— 
fabrikation erhalten hat. Indem wir von hier aus das Entree⸗ 
zimmer, in welchem noch heute das Maß für die Gardisten 
Friedrich Wilhelms J. aufbewahrt wird und das dereinst die 
Garderobe des Königs beherbergte, durchschreiten, gelangen wir 
in die Bibliothek mit Friedrichs sämtlichen Werken, seinem 
Lieblingsstock und Notenpult. Links hieran stößt das Kon— 
ferenzzimmer, in welchem der König zuweilen mit seinen ver⸗ 
trautesten Genossen speiste, wobei, um jegliche Störung zu 
bermeiden, der Tisch nach unten gelassen und, mit Speisen 
gefüllt, wieder enporgehoben wurde. Rechts, durch silberne, 
spielende Kinder darstellende Ballustraden vom Eingange ge— 
trennt, liegt das Weiß in Silber gehaltene Schlafzimmer mit 
Vorhängen und Stühlen von Silberstoff auf blauem Grunde 
und dem noch oft in später Nacht benutzten Schreibtische des 
Königs. Nun betreten wir sein Arbeitsgemach, von wel— 
chem zwei Fenster nach dem Lustgarten und eines nach der 
Straße zugeht; die an den Wänden angebrachten Spiegel 
machten es dem König möglich, jeden Eintretenden sogleich 
zu erkennen und auch. ohne daß er an das Fenster zu treten 
brauchte, die an der dem Schlosse gegenüber befindlichen 
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